Workshop: Socio-Spatial Disparities (20.11.2020)

Am Freitag, den 20.11.2020 werde ich auf dem von Christoph Bernhardt und Marjaana Niemi organisierten Workshop „Exploring socio-spatial disparities in Western and socialist cities. Theoretical challenges and empirical insights“ einen Vortrag zu der Erfahrungsdimension sozialer Ungleichheit beitragen: „Disparities as Experience? How to reconstruct and interpret the perception of being left behind“. Darin werde ich vor allem einige konzeptionelle Ideen thesenartig zur Diskussion stellen. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf das virtuelle Wiedersehen mit vielen Kollegi*nnen, die ich sonst auf der EAUH Tagung in Antwerpen getroffen hätte.

Zum Workshopprogramm

MSG 2020/1 erschienen

Heft 1/2020 der Modernen Stadtgeschichte ist erschienen. Den Themenschwerpunkt „Spaces of Fear“ haben Mikkel Høghøj und Monika Motylinska herausgegeben. Außerdem ist dies das erste Heft, an dem ich als geschäftsführender Herausgeber mitbeteiligt war.

THEMENSCHWERPUNKT

Monika Motylinska / Mikkel Høghoj: Spaces of fear in European cities of the 20th century / Angsträume in den europäischen Städten des zwanzigsten Jahrhunderts, S.6-12.

Sabine Kalff: Back to the cellar. Underground urban spaces of fear and air warfare in Berlin, 1940-1945, S.13-28.

Aleksandra Luczak: Fears and charms of mobility and transience. Warsaw’s central railway station in the 20th century, S.29-50.

Clara Aßmann: „Die Straße war schuld!“ Die Konstruktion eines Angstraums und der autogerechte Stadtumbau in der Bundesrepublik Deutschland, S.51-64.

Tim Verlaan: ‚The city is collapsing under our very own eyes‘. Spaces and emotions of the Dutch urban crisis, S.65-81. Monika Motylinska: Leitrezension, S.82-85.

FORUM

Matthias Lieb: Natur- und Umweltschutz in der Stadt. Bürgerschaftliches Engagement, Initiativen und politischer Verhaltensstil in Mainz und Wiesbaden, S.86-105.

Georg Wagner-Kyora: Wiederaufbau als Arbeitsbegriff. Die Bremer Bauverwaltung und die Zeitschrift „Der Wiederaufbau“ 1945-1960, S.106-128.

Magnus Dellwig: Stadtentwicklung und Strukturwandel in Oberhausen. Ein Projekt des Stadtarchivs Oberhausen zur Erschließung, Forschung und Ausstellung, S.129-154.

ALLGEMEINE BERICHTE

David Templin: Tagungsbericht: Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er-Jahren, S.155-160.

Annika Wienert: Tagungsbericht: Postmodern Architecture and Political Change – Poland and Beyond, S.161-164.

Georgios S. Tziafetas: Tagungsbericht: Städte in der UdSSR und im Ostblock. Urbanisierung, Ökologie und kommunale Ökonomie (1917-1991), S.165-169.

Mikkel Høghøj / Mikkel Thelle / Heather Swanson / Michael David Vine: Tagungsbericht: Governing Urban Natures – Infrastructures, Citizenship and Municipal Ecologies, S.170-172.

Sebastian Haumann Tagungsbericht: Forum Stadtgeschichte 2019 der GSU: G/lokalisierungen. Stadthistorische Forschung zwischen Globalgeschichte und Lokalstudien, S.173-177.

MITTEILUNGEN

Termine, S.178-179.

Autor/innen des Themenschwerpunktes und der Forumsbeiträge, S.180-182.

Neu erschienen: Concepts of Urban-Environmental History

Jetzt neu erschienen: Sebastian Haumann, Martin Knoll and Detlev Mares (eds.): Concepts of Urban-Environmental History, Bielefeld 2020.

„In history, cities and nature are often treated as two separate fields of research. »Concepts of Urban-Environmental History« aims to bridge this gap. The contributions to this volume survey major concepts and key issues which have shaped recent debates in the field. They address unresolved questions and future challenges. As a handbook, the collection offers a comprehensive overview for researchers and students, both from a historical and an interdisciplinary background.“

Das Buch ist Dieter Schott anlässlich seiner Emeritierung gewidmet.

Zur Verlagshomepage

Tagung „50 Jahre Moderne Stadtgeschichte“, Darmstadt 13./14.2.2020

 

50 Jahre Moderne Stadtgeschichte: Rückblicke – Rundblicke – Ausblicke

13.-14.Februar 2020

Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus der TU Darmstadt

Dieburger Straße 241, 64287 Darmstadt

Im Jahr 2020 kann die Zeitschrift ‚Informationen zur modernen Stadtgeschichte‘ (IMS) / ‚Moderne Stadtgeschichte‘ (MSG) ihre Gründung vor 50 Jahren feiern. Im gleichen Jahr, 1970, trat die Thematik der modernen Stadtgeschichte erstmals im Rahmen des deutschen Historikertags in Form einer Sektion in Erscheinung. In engerem zeitlichen Zusammenhang damit ist auch die Gründung des ‚Instituts für vergleichende Städtegeschichte‘ 1969 an der Universität Münster und wenige Jahre später die Gründung der Arbeitsgemeinschaft ‚Die Alte Stadt‘ zu sehen. Die Schwelle zu den 1970er Jahren zeigt sich also wissenschaftsgeschichtlich als eine produktive und neue Perspektiven eröffnende Periode. 2020 ist zudem der 20. Jahrestag der Gründung der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschng (GSU), die wichtige Initiativen in der modernen Stadtgeschichte entwickelt hat.

Die Tagung möchte ausgehend vom 50jährigen Bestehen der Zeitschrift IMS/MSG einerseits einen Rückblick auf den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext der Gründungszeit vornehmen. Andererseits soll herausgearbeitet werden, wie sich die moderne Stadtgeschichte seitdem in der Wissenschaftslandschaft etablierte. Dabei wird auch auf die internationale Vernetzung der Stadtgeschichte, insbesondere im Rahmen der European Association for Urban History, eingegangen und die Rezeption der paradigmatischen Wenden, wie dem linguistic turn und dem spatial turn, sowie die thematischen Erweiterungen der Stadtgeschichte reflektiert. Die Institutionalisierung der modernen Stadtgeschichtsforschung mit der Gründung der GSU im Jahr 2000 und der Neukonzipierung der IMS veränderte dann im frühen 21. Jahrhundert das Feld nochmals. Abschließend richtet die Tagung einen Blick nach vorn auf aktuelle Arbeitsfelder, derzeitige Leerstellen und Zukunftsaufgaben der modernen Stadtgeschichte.

Anmeldungen werden bis zum 31.1.2020 erbeten unter: sekr-nng@pg.tu-darmstadt.de

 

Programm

Donnerstag, 13. Februar 2020

13.00 Uhr: Begrüßung und Einführung

I. Rückblicke

13.30 – 15.00 Uhr: 1. Der Aufbruch um 1970

Mod.: Jens Ivo Engels (Darmstadt)

Sebastian Haumann (Darmstadt): Stadtgeschichte zwischen wissenschaftlichem Aufbruch und der ‚Krise der Stadt‘. Debatten und Forschungsinitiativen um 1970

Round-Table: Moderne Stadtgeschichte aus der Sicht der Gründergeneration
Christian Engeli (Berlin), Horst Matzerath (Köln/Erftstadt), Jürgen Reulecke (Gießen)
Mod.: Clemens Zimmermann (Saarbrücken)

15.00 – 16.30 Uhr: 2. Moderne Stadtgeschichte: Von der Sozialgeschichte zur Kulturgeschichte
Mod.: Gisela Mettele (Jena)

Dieter Schott (Darmstadt): Moderne Stadtgeschichte im Spiegel der IMS in den 1970er und 1980er Jahren

Round-Table: Stadtgeschichte als Kulturgeschichte
Thomas Mergel (HU Berlin), Ralf Roth (Frankfurt), Adelheid von Saldern (Göttingen/Hannover)
Mod.: Martin Baumeister (Rom/München)

16.30 – 17.00 Uhr: Kaffeepause / Coffee Break

17.00 – 18.30 Uhr: 3. In Search of the European City: Towards a European Agenda in Urban History
Mod.: Detlev Mares (Darmstadt)

Richard Rodger (Edinburgh): The Centre for Urban History, Leicester and European urban history

Marjaana Niemi (Tampere): From National to Transnational Approaches: The Contribution of the EAUH Conferences

Rainer Liedtke (Regensburg): How „European“ is the „European City“?

19.30 Uhr: Essen/ Conference Dinner

 

Freitag, 14. Februar 2020

09.00 – 10.30 Uhr: 4. The Emergence of a new field: Urban Environmental History
Mod.: Michael Toyka-Seid (Königswinter/ Darmstadt)

Christoph Bernhardt (Berlin) / Geneviève Massard-Guilbaud (Paris): The Making of a Network: The Round-Tables for Urban Environmental History (1998-2008)

Harold Platt (Chicago): Following the Flows: A Brief History of Transnational Urban Environmental History Since 2000

Tim Soens (Antwerpen): Urbanising Nature – Why the Middle Ages matter for the Modern Environmental History of the City

10.30 – 10.45 Uhr: Kaffeepause / Coffee Break

II. Rundblicke

10.45 – 11.30 Uhr: 5. Von der Krise zur Renaissance der Städte: Die Veränderung des Kontextes aus dem Blick anderer Fächer
Mod.: Sybille Frank (Darmstadt)

Martina Löw (TU Berlin): Transmoderne Stadtgeschichte. Songdo oder wie zügig die smart city des 21. Jahrhunderts historisch wird.

Tilman Harlander (Stuttgart): Renaissance der Stadt – urban divide?

III. Ausblicke

11.30 – 13.00 Uhr: 6. Perspektiven für eine moderne Stadtgeschichte des 21. Jahrhunderts
Mod.: Sebastian Haumann (Darmstadt)

Statements

Dorothee Brantz (TU Berlin): Die GSU: Ein Blick nach vorn

Gisela Mettele (Jena): Geschlecht

Clemens Wischermann (Konstanz): Wirtschaft

Martina Heßler (Darmstadt): Elektrifizierung revisited: Kulturhistorische Perspektiven auf digitalisierte Städte

Martin Knoll (Salzburg): Stadt – Land: Geschichte einer Entgrenzung?

Mikael Hård (Darmstadt): Colonial Cities – Histories from Below

13.00 Uhr: Abschluss-Statement gefolgt von Imbiss

 

Veranstalter/Kontakt:

Prof. Dr. Dieter Schott / PD Dr. Sebastian Haumann
TU Darmstadt, Fachgebiet Neuere Geschichte / Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)

Rezension zu Neumann: Unternehmen Hamburg

Letzte Woche ist meine Rezension zu Arndt Neumanns Dissertation „Unternehmen Hamburg“ auf sehepunkte.de erschienen. Die Rezension ist online verfügbar unter: http://www.sehepunkte.de/2019/11/32664.html

Sebastian Haumann: Rezension von: Arndt Neumann: Unternehmen Hamburg. Eine Geschichte der neoliberalen Stadt, Göttingen 2018, in: sehepunkte 19/11 (2019), http://www.sehepunkte.de/2019/11/32664.html.

Workshop: „Anders Wohnen“

Im Rahmen des DFG-Projektes „Großsiedlungen in der Krise?“ findet in Koopertaion mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg am 16. und 17. Mai 2019 der Workshop „Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er Jahren“ statt.

Großsiedlungen sind „anders“. Sowohl ihre architektonischen und räumlichen Merkmale als auch ihr Image und ihre soziale Komposition scheinen sie deutlich von anderen Stadtteilen abzuheben. Vor allem aber ist diese Absonderung selbst ein definierendes Kennzeichen von Großsiedlungen. Schließlich sind es nicht so sehr die baulichen oder sozialstrukturellen Besonderheiten an sich, sondern vielmehr die Wahrnehmung von Differenz, die den gesellschaftlichen Umgang mit Großsiedlungen prägt.
Diese Prozesse der Differenzierung sind Gegenstand des Workshops, der danach fragt, wie Großsiedlungen als „anders“ konstruiert wurden. Dabei steht vor allem die problemorientierte Differenzierung, die spätestens seit den 1970er Jahren dominiert, im Mittelpunkt.

Die Beiträge des Workshops diskutieren mit einem Schwerpunkt auf Hamburg, wie die Konstruktion von Differenz mit architektonisch-räumlichen und sozialstrukturellen Besonderheiten korrespondiert. Zum einen werden Großsiedlungen im Kontext der Stadtentwicklung betrachtet. Zum anderen nehmen die Beiträge Mechanismen der Differenzierung wie Abgrenzungsprozesse und Vergleiche in den Blick, mit denen die Siedlungen zu anderen Stadtteilen ins Verhältnis gesetzt wurden. Die Konstruktion der Wahrnehmung von Großsiedlungen wird ebenso beleuchtet wie spezifische Diskurse zu Großsiedlungen, die das Sicherheitsempfinden oder Segregation betreffen. Dabei spielen auch Abgrenzungsmechanismen innerhalb der Bewohnerschaft der Großsiedlungen eine wichtige Rolle. Dies führt zu der Frage, wie unterschiedliche Akteursgruppen an der Konstruktion von Differenz beteiligt waren, welche Intentionen sie verfolgten und welche Erwartungen sie hatten, vor allem aber, ob sich deren jeweilige Perspektiven gegenseitig spiegelten oder unabhängig voneinander entwickelten. Ergänzt werden die Vorträge durch eine Gesprächsrunde mit Zeitzeugen.

 

Programm
Donnerstag, 16. Mai 2019

15:30 Uhr Kirsten Heinsohn (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg), Dieter Schott (Technische Universität Darmstadt): Begrüßung und Einführung

16:00 Uhr Großsiedlungen in der Stadtentwicklung
Dirk Schubert (HafenCity Universität Hamburg): Wandlungsprozesse von Großsiedlungen zu Großwohnanlagen. Städtebauliche Leitbilder und wohnungspolitische Rahmenbedingungen seit 1970 am Beispiel von Hamburg

Arndt Neumann (FernUniversität Hagen): Von Gründerzeitvierteln zu Großsiedlungen und wieder zurück. Hamburg 1956-2010
Kommentar: Christoph Strupp (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)

17:30 Uhr Pause

18:30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
Christiane Reinecke (Universität Leipzig): Faszinierend schlechte Viertel. Wie Großsiedlungen in Frankreich und Westdeutschland in Verruf gerieten

Freitag, 17. Mai 2019

9:30 Uhr Wahrnehmung, Sicherheitsempfinden und Segregation
Christine Krüger (Universität Gießen): Von Mümmelmannsberg nach Allermöhe. Sicherheits- und Unsicherheitskonstruktionen

Swenja Hoschek (Technische Universität Darmstadt): Ver(m)engte Welten. Soziale Differenzierung als Großsiedlungsnarrativ

Tim Verlaan (Universiteit van Amsterdam): Amsterdam Bijlmermeer: Dutch Media Outlets and the Construction of Failure (1962-1992)
Kommentar: Adelheid von Saldern (Leibniz Universität Hannover)

12:00 Uhr Pause

12:30 Uhr Zeitzeugengespräch: Perspektiven auf Hamburger Großsiedlungen seit ihrer Entstehung

14:00 Uhr Ende der Veranstaltung