Rezension: Gerstung, Stapellauf für ein neues Zeitalter

In der aktuellen Ausgabe der zeitschrift Neue Politische Literatur ist meine Rezesnion zu Tobias Gerstungs Buch „Stapellauf für ein neues Zeitalter“ erschienen.

Haumann, Sebastian, Rezension zu: Gerstung, Tobias: Stapellauf für ein neues Zeitalter. Die Industriemetropole Glasgow im revolutionären Wandel nach dem Boom (1960-2000), Göttingen 2016, in: Neue Politische Literatur 63 (2018), S. 329-331.

 

Stadt multidisziplinär. Projekte und Perspektiven der Forschung

Am 30.11.2018 präsentieren sich aktuelle Forschungsprojekte zur Stadtforschung an der TU Darmstadt. Auch wir werden unser DFG-Projekt „Großsiedlungen in der Krise?“ in diesem Rahmen vorstellen. Orgqansisiert wird die Veranstaltung von der AG Interdisziplinäre Stadtforschung der TU Darmstadt gemeinsam mit der Schader Stiftung. Es ist der Auftakt für weitere Werkstattgespräche zu den einzelnen Projekten, die im Laufe der kommenden Semester stattfinden werden.

Stadt multidisziplinär. Projekte und Perspektiven der Forschung

Dienstag, 30. Oktober 2018, 18:30 Uhr

Schader-Stiftungszentrum, Goethestraße 2, 64285 Darmstadt

Zum Programm und zur Anmeldung

Tagung: Deindustrialization (18.-20.4.2018)

Vom 18.-20.4.2018 findet am DH in Rom die Tagung „Deindustrialization: The Structural Transformation of Nord-Ovest and the Ruhr in Comparative Perspective“ statt. In meinem Beitrag „Deindustrialization in Urban History: Current Research and Desiderata“ werde ich mich an einem Rundumschlag versuchen und ein neues Thema umreißen, dem ich mich gerade annähere und von dem ich denke, dass es ein neuer stadtgeschichtlicher Beitrag zur Deindustrialisierungsforschung werden könnte – aber dazu mehr am 20.4. …

Zum Tagungsprogramm

grosssiedlungen.org

Mit dem Start unseres neuen DFG-geförderten Forschungsprojekts „Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren“ haben wir einen neuen blog gestartet. Auf grosssiedlungen.org werden wir in Zukunft den Arbeitsfortschritt des Projekts dokumentieren und weiterführende Informationen rund um die Forschung zur Geschichte von Großsiedlungen zusammenstellen.

Nachwuchspreis für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung 2018

Zum sechsten Mal schreibt die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) einen Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftler/innen aus.

Mit dem Preis soll eine herausragende Dissertation im Feld der Stadtgeschichte und historischen Urbanisierungsforschung zum Zeitraum 18.-20. Jahrhundert ausgezeichnet werden.

Das Preisgeld beträgt 1.000 €. Der Preis wird während der Mitgliederversammlung der GSU auf dem Historikertag in Münster am 27.9.2018 verliehen.

Zur Teilnahme aufgefordert und berechtigt sind junge Wissenschaftler/innen, die in theoretischer, methodischer oder empirischer Hinsicht einen Beitrag zur historischen Stadt- und Urbanisierungsforschung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven geleistet haben.

Ausgezeichnet wird eine einschlägige innovative Doktorarbeit, die nach dem 31. März 2016 an einer Universität im deutschsprachigen Raum eingereicht wurde. Die Arbeit muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. April 2018.

Wir bitten um Bewerbungen per Email: Einzureichen ist die Arbeit in digitaler Form (pdf), zusammen mit einem kurzen Lebenslauf, einer Zusammenfassung der Arbeit (max. 3 Seiten) sowie einer Bestätigung der Universität, dass die Arbeit dort eingereicht wurde, bzw. das Verfahren bereits abgeschlossen ist (z.B. Kopie der Promotionsurkunde).

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung an:
Prof. Dr. Gisela Mettele, Friedrich-Schiller-Universität Jena
gisela.mettele(at)uni-jena.de

DFG-Projekt „Großsiedlungen in der Krise?“

Am 1.1.2018 ist unser neues DFG-Projekt „Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren“ gestartet. Das Projekt wird bis Ende 2020 laufen und umfasst eine Promotionsstelle.

Aus der Projektbeschreibung:
Der Wandel der Großsiedlungen von Laboratorien der Moderne zu sozialen Brennpunkten koinzidierte mit dem sozioökonomischen Strukturbruch und dem Wertewandel, die als charakteristische Merkmale der 1970er Jahre gelten. In dem Wandel, den die Großsiedlungen durchliefen, wirkte eine gesellschaftliche Umwertung von Wohnpräferenzen mit tiefgreifenden sozialstrukturellen Veränderungen zusammen. Die Ablehnung der Großsiedlungen, die aus einer zunehmenden Modernekritik resultierte, überlagerte sich mit neuen Phänomenen der Armut, Migration und neuen Familienstrukturen, die sich in Verschiebungen auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machten. Zudem waren die Großsiedlungen von den ökonomischen Umbrüchen der 1970er Jahre besonders betroffen: die Kritik an den Siedlungen konnte auf unvollständige Infrastruktur und mangelnde Instandhaltung verweisen. Nichtsdestotrotz bildeten sich in den Großsiedlungen funktionsfähige lokale Gemeinschaften; auf diesen Sachverhalt hat die jüngere Forschung wiederholt hingewiesen. Allen widrigen Umständen zum Trotz, bauten Bewohnerinnen und Bewohner zivilgesellschaftliche Strukturen und ein Gemeinwesen auf, das bauliche, sozialstrukturelle und ökonomische Schwierigkeiten teilweise auffangen konnte und sich der gesellschaftlichen Abwertung entgegenstemmte.Die Untersuchung des Wandels, dem Großsiedlungen unterworfen waren, verspricht für die Erforschung und Interpretation der 1970er Jahre wichtige neue Erkenntnisse. Insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen der negativen Außenwahrnehmung der Siedlungen einerseits und dem Entstehen von funktionsfähigen Formen der Vergemeinschaftung in den Siedlungen andererseits wirft Fragen auf. Die negative Bewertung, die durch die sozialstrukturelle Entwicklung verstärkt wurde, war Ausgangspunkt und Basis für neue Formen der Vergemeinschaftung, die sich in Reaktion auf diese Abwertung und die Massierung sozioökonomischer Problemlagen herausbildeten. Damit gibt die Untersuchung von Großsiedlungen Einblick in die Genese einer spezifischen Ausprägung posttraditionaler Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren. Soziale Beziehungen, Gemeinschaft und zivilgesellschaftliche Strukturen entstanden im Umgang mit defizitärer Infrastruktur, überproportionaler Armutsgefährdung, einem wachsenden Anteil von Migranten sowie sogenannten Patchworkfamilien und schließlich in reflexiver Auseinandersetzung mit der negativen Außenwahrnehmung. Es ist zu fragen, inwieweit sich unter diesen besonderen Bedingungen Formen der Vergemeinschaftung herausbildeten, die für die Zeit nach dem Boom, ähnlich denen des schon besser untersuchten links-alternativen Milieus, als typisch gelten müssen. Gerade die Bewohnerinnen und Bewohner der Großsiedlungen waren den Folgen von Wertewandel und sozioökonomischen Strukturbruch besonders intensiv ausgesetzt, so dass zu erwarten ist, dass bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine neue und für die Zeit seit den 1970er Jahren typische Form der lokalen Soziabilität entstand.

Zur Projektseite bei der DFG

 

Rezension zu „Cities Contested“

Schon vor einigen Tagen ist eine Rezension von Claudia Christiane Gatzka zu dem von Martin Baumeister, Bruno Bonomo und Dieter Schott herausgegebenen Sammelband: Cities Contested. Urban Politics, Heritage, and Social Movements in Italy and West Germany in the 1970s, Frankfurt am Main 2017, .auf H-Soz-Kult erschienen. Darin u.a. mein Beitrag „‚Movimento del ‘77‘ Perceived. Reinvigorating Urban Protest in West-Germany“

Zur Rezension

Exkursion Großbritannien

Hier einige Eindrücke von der Exkursion, die ich Anfang September 2017 mit Dieter Schott und Studierenden der TU Darmstadt nach Großbritannien unternommen habe. Unter dem Thema „Industrialisierung und Urbanisierung“ sind wir zuerst nach Birmingham und anschließend nach Manchester und Liverpool gereist. Besonders eindrucksvoll war die Führung durch die Back-to-Backs in Birmingham, die zum Teil im Originalzustand der 1830er und 1870er Jahre rekonstruiert worden sind, und der Besuch von Quarry Bank Mill, wo viele der Textilmaschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert noch in Betrieb sind. Interessant war auch die Besichtigung der Iron Bridge und der nahegelegenen Museen rund um die Eisenherstellung und natürlich das verzweigte Kanalnetz, das wir an mehreren Stellen gesehen haben.

Iron Bridge

Iron Bridge

Birmingham

Birmingham

Birmingham Canal

Birmingham Canal

Quarry Bank Mill

Quarry Bank Mill

KUNST BASIS EBERTPLATZ

Am Samstag, den 16.7.2017 bin ich zu einer Diskussionsrunde im Rahmen des Festivals KUNST BASIS EBERTPLATZ in Köln eingeladen. Es wird dort um den Umgang mit dem öffentlichen Raum der 1970er Jahre gehen, für die der Ebertplatz sicherlich eines der besten Beispiele ist. Das Festival ist auch ein Versuch, dem verbreiteten Negativimage solcher Orte der 1970er Jahre mit künstlerischen Mitteln etwas entgegenzusetzen – und der Kölner Ebertplatz ist dafür ein bestens geeigneter Ort. Ich freue mich sehr mit einer geschichtswissenschaftlichen Perspektive zu dieser Diskussion beitragen zu können und bin sehr gespannt.

16.7. / 16 Uhr KONSTRUKTION EBERTPLATZ
Dr. Sebastian Haumann (Historiker, TU DARMSTADT), Christian Schaller (Schaller
ARCHITEKTEN STADTPLANER BDA), Dr. Johannes Stahl (Kunsthistoriker / Kunstbeirat
der Stadt Köln) Maria Wildeis (Kunsthistorikerin / Kuratorin Tiefgarage)
Moderation: Stefanie Klingemann (Künstlerin / Initatorin KBE)

Zur Festivalhomepage und dem weiteren Programm