MSG 1/2021 „Städtisches Wissen“

Jetzt neu erschienen ist das Heft 1/2021 der Modernen Stadtgeschichte (MSG) mit dem Themenschwerpunkt „Städtisches Wissen“, herausgegeben von Martina Heßler und Clemens Zimmermann.

Inhalt
  • Martina Heßler / Clemens Zimmermann: Einleitung: Städtisches Wissen. Historische Wissensbestände, konkurrierende Wissensproduktionen und räumliche Verankerung, S. 5-12.
  • Clemens Zimmermann: Wissen über die englische Stadt des 19. Jahrhunderts. Plurale Akteure empirischer Stadtforschung und ihre Vorgehensweisen, S. 13-27.
  • Katrin Minner: Vom verborgenen Spezial-Wissen zum zugänglichen Wissensort? Von Nutzen und Nutzung kommunaler Archive, S. 28-45.
  • Sebastian Haumann / Dieter Schott: Alternative Blicke auf die eigene Stadtgeschichte. Geschichtswerkstätten und die Pluralisierung lokalen Geschichtswissens in den 1980er Jahren, S. 46-68.
  • Ajit Singh / Kathrin Meißner: Geplante Erinnerung. Vom Raumwissen zum Erinnerungsort in der kooperativen Stadtplanung, S. 69-82.
  • Mariya Petrova / Jonas van der Straeten: Wissen, Bauen und urbaner Wandel im sowjetischen Usbekistan der 1960er Jahre, S. 83-101.
  • Christiane Reinecke: Leitrezension, S. 102-105.
  • Jörg Oberste: Wie wurde Paris zur Metropole? Überlegungen zum Konzept vormoderner Metropolität, S. 106-124.
  • Clemens Zimmermann: Industriestädte – Krisen, Krisenwahrnehmungen und Entwicklungsalternativen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, S. 125-144.
  • Maxime Derian / Jens van de Maele: Tagungsbericht: Rethinking the Histories and Legacies of Industrial Cities, S. 145-150.
  • Max Pochadt: Tagungsbericht: Arrival Neighbourhoods in European Cities from the late 19th to the early 21st Century, S. 151-154.
  • Helene Bihlmaier / Andrea Gimeno Sánchez: Tagungsbericht: Interpreting 20th Century European Urbanism, S. 155-157.
  • Clemens Villinger / Kathrin Zöller: Tagungsbericht: Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen, S. 158-163.

Neue Veröffentlichung: „Alternative Blicke auf die eigene Stadtgeschichte“

Jetzt erschienen im neuen Heft der Modernen Stadtgeschichte ist ein Aufsatz, den ich gemeinsam mit Dieter Schott über die Rolle von Geschichtswerkstätten bei der Pluralisierung von lokalem Geschichtswissen in den 1980er Jahren geschrieben habe.

Abstract: This contribution focusses on the attempts by local history groups emerging around 1980 to develop new and alternative perspectives on the history of their own city and region. It contends that the activities of these ‘history workshops’, by which they not only put new themes centre stage but also established new methods of historical research and public presentation, contributed to the construction of a pluralised historical heritage since the 1980s. The article analyses the particular modes of communicating and organising public actions towards the formation of an alternative knowledge about the local past. It demonstrates how the hidden history of places such as a concentration camp near Überlingen on the Lake of Constance or the proletarian housing estate Lindenhof in Berlin was uncovered and raised to public consciousness.

Sebastian Haumann und Dieter Schott: Alternative Blicke auf die eigene Stadtgeschichte. Geschichtswerkstätten und die Pluralisierung lokalen Geschichtswissens in den 1980er Jahren, in: Moderne Stadtgeschichte 2021/1, S. 46-68.

Publikation: „Stadtgeschichte“ in: Staatslexikon

Soeben erschienen ist mein Lexikonartikel „Stadtgeschichte“ im Staatslexikon. In dem knappen Beitrag gebe ich einen Überblick über die wichtigsten Themen und Ansätze der Stadtgeschichtsforschung sowie über die großen Linien der europäischen Stadtgeschichte der Neuzeit. Themen sind: „Die moderne europäische Stadtgeschichte im globalen Kontext“, „Die Stadt als politisch-administrative Einheit“, „Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der europäischen Stadt“, „Kulturgeschichte der europäischen Stadt“ und „Stadt und Umwelt“.

Sebastian Haumann: Stadtgeschichte, in: Staatslexikon, Bd. 5, Freiburg (2021), Sp. 688-694.

Marie Skłodowska-Curie Fellow am Centre for Urban History in Antwerpen

Seit Anfang Mai 2021 bin ich offiziell als Marie Skłodowska-Curie Fellow am Centre for Urban History der Universiteit Antwerpen. In den kommen beiden Jahren werde ich nicht nur in, sondern auch über Antwerpen forschen. In meinem Projekt „Mapping Practices under Pressure. The Everyday Experience of Socio-Economic Change in Deindustrialising Cities, 1960-2000“ werde ich mich mit der Alltagsgeschichte der südlichen, industriell geprägten Stadtteile Antwerpens in den letzten 50 Jahren beschäftigen. Das Ziel sind jedoch in erster Linie methodische Innovationen zwischen den Digital Humanities und Citizen Science zu erproben.

Einen ersten Überblick über mein Forschungsvorhaben werde ich am Centre for Urban History am 14.6. geben. Im Rahmen der middagseminarie werde ich das Paper „Experiences of the past. How to reconstruct local histories of deindustrialization“ präsentieren, in dem ich einige theoretische und methodische Grundlagen des Projekts diskutiere.

Stadtgeschichten

Seit Februar 2021 bloggen wir Stadtgeschichten unter stadthist.hypotheses.org

Der Blog richtet sich an Wissenschaftler/innen, die im Bereich der Stadtgeschichte forschen, an Praktiker/innen in Archiven und Museen, an Lehrer/innen sowie an die stadtgeschichtlich interessierte Öffentlichkeit. Der Blog stellt Forschungs- und Ausstellungsprojekte vor, um deren Sichtbarkeit zu erhöhen und den den Austausch über stadtgeschichtliche Themen zu fördern. Stadtgeschichten ist ein Kommunikationsangebot, das Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit verbindet.

Stadtgeschichten wird von der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) auf hypotheses.org betrieben und herausgegeben von Jonas Albrecht , Florian Grafl, Daniela Hettstedt, Mathias Irlinger, Kathrin Meißner, Małgorzata Popiołek-Roßkamp, Ansgar Schanbacher, Olga Sparschuh und mir.

Quellenessay: Arbeitslosenzeitungen als Quellen zur Geschichte der Deindustrialisierung

Heute habe ich den ersten Beitrag im neuen Blog-Projekt der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) gepostet:

Arbeitslosenzeitungen als Quellen zur Geschichte der Deindustrialisierung, in: Stadtgeschichten (8.3.2021), https://stadthist.hypotheses.org/209.

Die Geschichte der Deindustrialisierung, die viele westeuropäische Städte zwischen den 1970er und 1990er Jahren prägte, ist aktuell eines der wichtigsten Themen der zeithistorischen Forschung. Denn Deindustrialisierung bezeichnet einen breiten Strukturwandel, der nicht nur die Wirtschaft betraf, sondern die gesamte Gesellschaft erfasste und den Alltag vieler Menschen veränderte. Auch der Charakter von Städten und Nachbarschaften, ihre Sozialstruktur und ihr Selbstverständnis waren davon betroffen, wenn klassische Industriebetriebe verschwanden und Arbeitsplätze verloren gingen.

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MSG 2/2020 „50 Jahre Moderne Stadtgeschichte“

Jetzt neu erschienen ist das Jubiläumsheft 2/2020 der Modernen Stadtgeschichte mit dem Themenschwerpunkt „50 Jahre Moderne Stadtgeschichte“

Im Jahr 2020 kann die Zeitschrift Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS) / Moderne Stadtgeschichte (MSG) ihre Gründung vor 50 Jahren feiern. Im gleichen Gründungsjahr, 1970, fand auch erstmals eine Sektion zur Thematik der modernen Stadtgeschichte auf dem deutschen Historikertag statt. In engerem zeitlichen Zusammenhang damit ist auch die Etablierung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte 1969 an der Universität Münster zu sehen. Wenige Jahre später wurde die Arbeitsgemeinschaft Die Alte Stadt ins Leben gerufen. Die Schwelle zu den 1970er Jahren zeigt sich also wissenschaftsgeschichtlich im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der historischen Stadt als eine produktive und neue Perspektiven eröffnende Periode. Im Jahr 2000, also vor 20 Jahren, wurde dann die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) gegründet, die mittlerweile die IMS/MSG wesentlich trägt.

Dieses Themenheft unterscheidet sich aus diesem Anlass vom üblichen Format der MSG-Hefte: Im Zentrum steht die historische Erinnerungsarbeit in eigener Sache sowie die Bestimmung von Positionen und Wegstrecken in Gesellschaft und Wissenschaft seit dieser so produktiven Periode um 1970. Das Heft wird daher, ausgehend von der Gründung der Zeitschrift IMS vor 50 Jahren, einen Rückblick auf den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext der Stadtgeschichtsforschung vornehmen und den Blick nach vorn auf aktuelle Arbeitsfelder, derzeitige Leerstellen und Zukunftsaufgaben der modernen Stadtgeschichte richten.

Die Beiträge zeigen, wie sich die moderne Stadtgeschichte zu Anfang der 1970er Jahre aus der Sozialgeschichte heraus in der Wissenschaftslandschaft und der Gesellschaft etablierte und sich seitdem unter dem Eindruck der paradigmatischen Wenden (cultural turn, spatial turn etc.) sowie der thematischen Erweiterungen (urban environmental history) entwickelt hat. In dieser Geschichte spiegeln sich auch die großen wissenschaftspolitischen Trends, die die Stadtgeschichtsforschung gleichermaßen geprägt haben und die sie mit vorangetrieben hat. Dazu zählt die Expansion und Differenzierung des bundesdeutschen Wissenschaftssystems allgemein und der Geschichtswissenschaften im Besonderen, was vor allem in der Gründungsphase um 1970 günstige Rahmenbedingungen für die Moderne Stadtgeschichte bot. Von Anfang an spielte aber auch die Zusammenarbeit mit kommunalen Museen und Archiven eine zentrale Rolle – eine Anforderung, die aktuell wieder verstärkt an die historische Forschung herangetragen wird. Schließlich war und ist die internationale Orientierung ein Kennzeichen der deutschen Stadtgeschichtsforschung, die zu der starken europäischen Vernetzung innerhalb dieses Feldes beigetragen hat.

Inhalt
  • Sebastian Haumann / Dieter Schott: 50 Jahre Moderne Stadtgeschichte, S. 5-9.
  • Sebastian Haumann: Zwischen „Krise der Stadt“ und Sozialgeschichte. Auf dem Weg zur Modernen Stadtgeschichte, 1960-1975, S. 10-24.
  • Clemens Zimmermann (Red.) / Christian Engeli / Wolfgang Hofmann / Horst Matzerath / Jürgen Reulecke: Die Gründung der Stadtgeschichte als Disziplin. Zu den Anfängen der Informationen zur modernen Stadtgeschichte nach 1970, S. 25-43.
  • Dieter Schott: Moderne Stadtgeschichte im Spiegel der IMS in den 1970er Jahren, S. 44-52.
  • Martin Baumeister: Von der Sozialgeschichte zur Kulturgeschichte. Stadt und Stadtgeschichte in der deutschen historischen. Forschung seit den 1980er Jahren – Ein Round-Table-Gespräch mit Thomas Mergel, Ralf Roth und Adelheid von Saldern, S. 53-63.
  • Richard Rodger: Explorations in European urban history. Perspectives from Leicester, S. 64-85.
  • Marjaana Niemi: From national to transnational and global approaches. The contribution of the EAUH conferences, S. 86-94.
  • Christoph Bernhardt / Geneviève Massard-Guilbaud: Towards a new approach in urban history. The Round-Tables for Urban Environmental History (1998-2008), S. 95-103.
  • Harold Platt: Follow the flows. A brief history of transnational urban environmental history, S. 104-111.
  • Tim Soens: Urbanising nature. Why the Grounded Cities of the middle ages matter for the modern environmental history of the city, S. 112-129.
  • Tilman Harlander: Renaissance der Stadt – urban divide? Zum Verhältnis von Stadtplanung und Stadtgeschichte seit den 1970er Jahren, S. 130-138.
  • Heinz Reif: Voran auf Umwegen. Erinnerungen an die Gründung der GSU, S. 139-144.
  • Dorothee Brantz: Die GSU im Jahr 2020. Bestandsaufnahmen und Perspektiven, S. 145-151.
  • Rainer Liedtke: How “European” is the “European City”?, S. 152-156.
  • Gisela Mettele: Gender. Perspektiven für eine moderne Stadtgeschichte des 21. Jahrhunderts, S. 157-160.
  • Clemens Wischermann: Wirtschaft, S. 161-163.
  • Martin Knoll: The city and the countryside. Histories of blurred boundaries, S. 164-168.
  • Übersicht zu den Inhalten der IMS/MSG-Hefte 1970-2020, S. 169-173.