Tagungsbericht „1968: Wohnungsfrage“

Hier gibt es einen kurzen Bericht über den Workshop „1968: Wohnungsfrage“, zu dem ich mit einem Vortrag zu den sich wandelnden Partizipationsansprüchen in Städtebau und Architektur beigetragen habe. Der Workshop fand am 3. und 4. Mai an der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar statt und war Teil einer Veranstaltungsreihe zur Wohnungspolitik.

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histocamp 2017

Am vergangenen Wochenende auf dem histocamp 2017 in Darmstadt. Es war mein erstes histocamp und da es direkt „um die Ecke“ stattfand, wollte ich mir mal einen Eindruck verschaffen. Was die Atmosphäre angeht, sowohl bei den Diskussionen als auch in den Pausen, bietet das histocamp tatsächlich viel Neues, was durchaus als Vorbild für andere Tagungen dienen könnte. Die Spontanität, die ein Charakteristikum dieser besonderen Atmosphäre ist, hat aber auch einige negative Effekte. Verglichen mit „klassischen“ Tagungen waren die Präsentation und Diskussionsrunden, die ich miterlebt habe, eher schlecht vorbereitet und blieben oberflächlich. Es geht mehr um den Austausch von Ideen – gerade solchen, die noch nicht ausgereift sind. Das habe ich verstanden. Aber wenn das dazu führt, dass „das Rad neu erfunden“ wird, ist das auch nicht so produktiv.

Mein Eindruck: Es ist gut, mit Tagungsformaten zu experimentieren, die zu einem offeneren Austausch anregen, als viele „klassische“ Tagungen dies tun – aber eine bessere Vorbereitung (auf Kosten der Spontanität) würde die Qualität der Diskussionen erhöhen.

histocamp.de

Tagung „Historisch, praktisch, gut?“

Gestern (22.2.2016) war ich auf einem Kurzbesuch in Köln. Susanne Schregel und David Sittler hatten dort die Tagung „Historisch, praktisch, gut? Potenziale und Grenzen praxeologischer Ansätze für die Geschichtsschreibung zum 19. und 20. Jahrhundert“ organisiert.

Die aktuellen Diskussionen um eine historische Praxeologie, um die es auch bei dieser Tagung ging, nehmen langsam Kontur an. Auch wenn die Beiträge zu dieser Tagung recht heterogen waren, hat sich für mich doch das große Interesse an neuen theoretischen Perspektiven in den Geschichtswissenschaften gezeigt. Eine historische Praxeologie könnte ein solches Theorieangebot sein, mit dem wir in Zukunft Geschichte neu analysieren und interpretieren können. Noch scheint mir da aber viel Diskussionsbedarf zu bestehen – insofern war die Tagung in Köln ein wichtiger Schritt. Mir fiel besonders auf, dass vor allem zwei Aspekte noch unklar bzw. noch zu wenig reflektiert sind. Zum einen die Frage, welche neuen Erkenntnisse oder Sichtweisen die historische Praxeologie liefern könnte. Das erfordert aus meiner Sicht, Fragestellungen zu identifizieren, die bisher nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten, oder die sich aus aktuellen Problemen ergeben – solche Fragestellungen gibt es zu genüge, noch aber werden sie selten explizit erörtert. Zum anderen wird Materialität noch nicht wirklich ernsthaft konzeptionell eingebunden, obwohl die Theoriebildung dies eigentlich erfordert. Sofern nicht gerade mit Banalitäten argumentiert wird, kommt Materialität bisher oft als Materialität des Mediums daher und untersucht werden Praktiken als Diskurse. Das reicht aus meiner Sicht noch nicht aus, wenn man das Potenzial der historischen Praxeologie voll ausschöpfen möchte. Die Kölner Tagung war aber eine gute Gelegenheit, über diese Fragen nochmal zu sprechen und die Diskussion ein Stück weit voranzutreiben.

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Tagung: Making Resources Speak

Zurück von der Tagung „Making Resources Speak: Themes and Methods of the New Materialism“, die am 29.6.2015 am Institute fo Advanced Studies an der University of Birmingham stattgefunden hat.

Auf dem Workshop, den Frank Uekötter und Corey Ross organisiert haben, hat sich aus meiner Sicht vor allem gezeigt, dass die Relationen zwischen menschlichem Handeln und nicht-menschlichen Ressourcen, Stoffen oder Substanzen Gegenstand von historischer Forschung sein müssen. Damit scheint sich der Trend der Forschung, völlig zu Recht, von solchen Konzepten zu verabschieden, in denen man von der Beziehung von Menschen und Materie als „symmetrischem“ Verhältnis ausging – etwa bei der ANT. Stellt man die Beziehungen zwischen menschlichem Handeln und nicht-menschlichen Ressourcen in das Zentrum der Analyse, eröffnet sich aus meiner Sicht nicht nur ein breiterer Interpretationsspielraum, sondern man vermeidet auch Aussagen, die der Materie gewissermaßen transzendentale Eigenschaften zuschreiben.

Das topologische Manifest

Im Rahmen der Abschlusskonferenz des Graduiertenkollegs „Topologie der Technik“, das vom 18.-20.3.2015 in Darmstadt stattfand, wurde das „Topologische Manifest“ präsentiert und diskutiert. Das Manifest verspricht, die Erkenntnisse der Arbeit des Graduiertenkollegs zu bündeln – angesichts der Heterogenität der Themen und der beteiligten Disziplinen eine Herausforderung. Im Kern geht es im Manifest darum, Ansätze, die Raum als relationales Gefüge verstehen, um die Rolle von „Technik“ zu erweitern bzw. zu konkretisieren. Anstatt dieses Argument aber konsequent zuzuspitzen, verzettelt sich das Manifest ein wenig in der Darstellung verschiedener „Räume“, in denen Technik eine evidente Rolle spielt: „Sicherheitsräume“, „Regierungsräume“, „Transport- und Mobilitätsräume“, usw.  Gerade im Sinne des Charakters als „Manifest“ hätte ich mir aber eine stärkere thesenhafte Konzentration auf möglichst allgemeingültige Aussagen gewünscht.

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Historikertag 2014

Zurück vom Historikertag 2014 in Göttingen (http://www.historikertag.de/Goettingen2014/).

Zwei Sektionen waren für mich gleichermaßen wichtig wie anregend: „Wertsachen. Gewinn und Verlust im „global life of things““ und „Die Materialität der Geschichte. Dinge als Signaturen ihrer Epoche“. In beiden Sektionen ist aus meiner Sicht deutlich geworden, wie sehr es immer noch um Objekte, insbesondere von Menschen manipulierte und meist komplexe Artefakte geht, wenn von „Materialität“ die Rede ist. Die Debatte ist zwar inzwischen, vor allem Dank ANT, über die Konzeptionierung von Objekten als reine Bedeutungsträger hinausgegangen. Viele der Beiträge der Sektionen haben zumindest versucht aufzuzeigen, worin eine „agency“ der Objekte liegen könnte und inwieweit von einer „agency“ zu sprechen ist. Insofern baut man hier die Pfade der Erforschung „Materieller Kultur“ allmählich aus. Was aber noch nicht geschieht, jedenfalls nicht in diesen beiden Sektionen des Historikertages, ist, dass die physikalischen Eigenschaften der Objekte systematisch berücksichtigt werden – das bleibt meist oberflächlich und wenig reflektiert. Auch der Verweis auf die naturwissenschaftlichen Nachbarwissenschaften führt eigentlich eher dazu, dass kein eigenständiger geschichtswissenschaftlicher Zugang, in Fortführung der historisch-kritischen Methode, entwickelt wird. Trotzdem war vor allem die Sektion zum „global life of things“ die produktivste, die ich bisher auf einem Historikertag erlebt habe: es wurde kontrovers über die zukünftige Forschung diskutiert.

Tagungsbericht „Dominanz durch Dinge?“

Auf H-Soz-u-Kult ist heute ein Bericht von Florian Schleking über die Tagung „Dominanz durch Dinge? Zum Verhältnis von sozialen Asymmetrien und Materialitäten aus historischer Perspektive“ des Arbeitskreises Geschichte+Theorie erschienen. Ich war mit einem Beitrag zur „sozialen Relevanz der physikalischen Eigenschaften von Kalkstein“ daran beteiligt. Der Vortrag war ein Experiment, das mich in meinem Forschungsprojekt wieder einen Schritt weiter gebracht hat. Es ging mir darum auszuloten, wie weit praxistheoretische Ansätze tragen können, um das Entstehen bzw. die Verstetigung sozialer Strukturen zu erklären. Inzwischen habe ich die Einsichten, die ich in der Diskussion auf der Tagung gewonnen habe, auch in mein Manuskript eingearbeitet. Aber auch darüber hinaus war es eine sehr diskussionsintensive Tagung, die Ende Februar stattgefunden hat. Davon zeugt auch der jetzt erschienene Tagungsbericht: viele neue Ideen und neue Kontakt. Ich selber habe von dieser Tagung noch viel mehr mitgenommen als man in einem Tagungsbericht wiedergeben könnte.

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