Vortrag „Kritische Rohstoffe“ am SFB „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ (30.5.2018)

Am kommenden Mittwoch, den 30.Mai 2018, werde ich einen Vortrag im Rahmen des Kolloquiums des SFB „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ an der Goethe-Universität Frankfurt halten:

Vortrag
Sebastian Haumann: „Kritische Rohstoffe“. Diskursive und materielle Dimensionen der Ressourcennutzung im 19. und 20. Jahrhundert

30. Mai 2018
18:00 – 20:00 Uhr
IG454, Campus Westend, Frankfurt am Main

Vortrag Volberg: „Patina oder Schmutz? Lesarten von Beton in Großwohnbauten der 1970er Jahre“

Die AG Interdisziplinäre Stadtforschung an der TU Darmstadt organisiert im Sommersemester 2018 vier öffentliche Abendvorträge, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Mehr zu den Abendvorträgen

Im Rahmen der Abendvorträge wird am Dienstag, den 24. April 2018 um 18:30 Uhr am Fachbereich Architektur (El-Lissitzky-Str.1, 64287 Darmstadt) im Raum 58 Claudia Volberg (Technische Universität Graz, Institut für Architekturtechnologie) über ihre Forschung zu Großsiedlungen sprechen:

Claudia Volberg: „Patina oder Schmutz? Lesarten von Beton in Großwohnbauten der 1970er Jahre“
24. April 2018, 18:30 Uhr
Fachbereich Architektur, Raum 58
El-Lissitzky-Str.1, 64287 Darmstadt

Start in das Sommersemster 2018

Heute starte ich mit meinen Lehrveranstaltungen in das Sommersemester 2018. An der TU Darmstadt biete ich in diesem Semester eine Vorlesung und eine Übung an, die sowohl die Neuere Geschichte als auch die Technikgeschichte abdecken.

Vorlesung: „Nach dem Boom“. Die 1970er Jahre in der Zeitgeschichte
Die 1970er Jahre haben die Zeithistoriker Lutz Raphael und Anselm Doering-Manteuffel als Jahrzehnt „nach dem Boom“ bezeichnet. Im Gegensatz zu den 1960er Jahren, die durch das „Wirtschaftswunder“ und einen verbreiteten Zukunftsoptimismus geprägt waren, gelten die 1970er Jahre als Dekade der wirtschaftlichen Stagnation und des wachsenden Krisenbewusstseins. Die Ölpreiskrise, die sogenannte „Stagflation“ und eine wachsende Arbeitslosigkeit stehen für diese Interpretation, die zusammen mit der Bedrohung durch den Kalten Krieg und den Terrorismus im „Deutschen Herbst“ ein eher düsteres Bild der 1970er Jahre verfestigt. Dennoch waren die 1970er Jahre auch eine Dekade des Aufbruchs und in vielerlei Hinsicht die „Vorgeschichte der Gegenwart“. In der intellektuellen Debatte und in der Kultur setzte sich das Paradigma der „Postmoderne“ durch, die zahlreichen Protestbewegungen trugen zu einer Ausweitung politischer Partizipation bei und mit der Computerisierung setzte ein Trend ein, der die Wirtschafts- und Arbeitswelt nachhaltig verändert hat. In dieser Vorlesung werden die 1970er Jahre deshalb als Übergangsjahrzehnt porträtiert, in dem sich am Ende des Nachkriegsbooms neue gesellschaftliche, politische, ökonomische und kulturelle Muster herausbildeten.
Diese Vorlesung wird einen Überblick über die wichtigsten Forschungsfelder und Themenbereiche der historischen Auseinandersetzung mit den 1970er Jahren geben. Ein erster Schwerpunkt wird auf der Wirtschafts- und Sozialgeschichte liegen, ein zweiter auf der Politik und politischen Kultur einschließlich der Protestbewegungen und des links-alternativen Milieus. Schließlich wird die Kultur der 1970er Jahre, von intellektuellen Debatten bis zum Aufstieg der Populärkultur, behandelt.

Übung: Praxistheorie und Technikgeschichte
Fernsehen, Duschen und Autofahren sind alltägliche Routinen, die mit der Praxistheorie in den Blick kommen. Diese Routinen haben nicht nur eine Geschichte, sondern in diesen Geschichten spielen Technologien eine zentrale Rolle: Fernseher und Fernsehsender, Duschen und die Wasserversorgung, Autos und Straßensysteme haben sich in Wechselwirkung mit ihrer alltäglichen Nutzung entwickelt. So haben neue Technologien einen Einfluss auf alltägliche Routinen, aber diese Routinen beeinflussen zugleich, wie sich Technologien verbreiten oder wie sie angeeignet werden. Auf diese Zusammenhänge verweist die Praxistheorie, die seit einem guten Jahrzehnt intensiv debattiert und weiterentwickelt wird.
In dieser Übung werden wir anhand einschlägiger Aufsätze zunächst die Kernelemente und Grundannahmen der Praxistheorie kennenlernen. Im weiteren Verlauf werden wir uns damit befassen, welche Forschungsfragen mithilfe der Praxistheorie angegangen werden können und welches Potenzial die Praxistheorie für die Technikgeschichte hat.

Tagung: Deindustrialization (18.-20.4.2018)

Vom 18.-20.4.2018 findet am DH in Rom die Tagung „Deindustrialization: The Structural Transformation of Nord-Ovest and the Ruhr in Comparative Perspective“ statt. In meinem Beitrag „Deindustrialization in Urban History: Current Research and Desiderata“ werde ich mich an einem Rundumschlag versuchen und ein neues Thema umreißen, dem ich mich gerade annähere und von dem ich denke, dass es ein neuer stadtgeschichtlicher Beitrag zur Deindustrialisierungsforschung werden könnte – aber dazu mehr am 20.4. …

Zum Tagungsprogramm

grosssiedlungen.org

Mit dem Start unseres neuen DFG-geförderten Forschungsprojekts „Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren“ haben wir einen neuen blog gestartet. Auf grosssiedlungen.org werden wir in Zukunft den Arbeitsfortschritt des Projekts dokumentieren und weiterführende Informationen rund um die Forschung zur Geschichte von Großsiedlungen zusammenstellen.

Nachwuchspreis für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung 2018

Zum sechsten Mal schreibt die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) einen Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftler/innen aus.

Mit dem Preis soll eine herausragende Dissertation im Feld der Stadtgeschichte und historischen Urbanisierungsforschung zum Zeitraum 18.-20. Jahrhundert ausgezeichnet werden.

Das Preisgeld beträgt 1.000 €. Der Preis wird während der Mitgliederversammlung der GSU auf dem Historikertag in Münster am 27.9.2018 verliehen.

Zur Teilnahme aufgefordert und berechtigt sind junge Wissenschaftler/innen, die in theoretischer, methodischer oder empirischer Hinsicht einen Beitrag zur historischen Stadt- und Urbanisierungsforschung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven geleistet haben.

Ausgezeichnet wird eine einschlägige innovative Doktorarbeit, die nach dem 31. März 2016 an einer Universität im deutschsprachigen Raum eingereicht wurde. Die Arbeit muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. April 2018.

Wir bitten um Bewerbungen per Email: Einzureichen ist die Arbeit in digitaler Form (pdf), zusammen mit einem kurzen Lebenslauf, einer Zusammenfassung der Arbeit (max. 3 Seiten) sowie einer Bestätigung der Universität, dass die Arbeit dort eingereicht wurde, bzw. das Verfahren bereits abgeschlossen ist (z.B. Kopie der Promotionsurkunde).

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung an:
Prof. Dr. Gisela Mettele, Friedrich-Schiller-Universität Jena
gisela.mettele(at)uni-jena.de

DFG-Projekt „Großsiedlungen in der Krise?“

Am 1.1.2018 ist unser neues DFG-Projekt „Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren“ gestartet. Das Projekt wird bis Ende 2020 laufen und umfasst eine Promotionsstelle.

Aus der Projektbeschreibung:
Der Wandel der Großsiedlungen von Laboratorien der Moderne zu sozialen Brennpunkten koinzidierte mit dem sozioökonomischen Strukturbruch und dem Wertewandel, die als charakteristische Merkmale der 1970er Jahre gelten. In dem Wandel, den die Großsiedlungen durchliefen, wirkte eine gesellschaftliche Umwertung von Wohnpräferenzen mit tiefgreifenden sozialstrukturellen Veränderungen zusammen. Die Ablehnung der Großsiedlungen, die aus einer zunehmenden Modernekritik resultierte, überlagerte sich mit neuen Phänomenen der Armut, Migration und neuen Familienstrukturen, die sich in Verschiebungen auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machten. Zudem waren die Großsiedlungen von den ökonomischen Umbrüchen der 1970er Jahre besonders betroffen: die Kritik an den Siedlungen konnte auf unvollständige Infrastruktur und mangelnde Instandhaltung verweisen. Nichtsdestotrotz bildeten sich in den Großsiedlungen funktionsfähige lokale Gemeinschaften; auf diesen Sachverhalt hat die jüngere Forschung wiederholt hingewiesen. Allen widrigen Umständen zum Trotz, bauten Bewohnerinnen und Bewohner zivilgesellschaftliche Strukturen und ein Gemeinwesen auf, das bauliche, sozialstrukturelle und ökonomische Schwierigkeiten teilweise auffangen konnte und sich der gesellschaftlichen Abwertung entgegenstemmte.Die Untersuchung des Wandels, dem Großsiedlungen unterworfen waren, verspricht für die Erforschung und Interpretation der 1970er Jahre wichtige neue Erkenntnisse. Insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen der negativen Außenwahrnehmung der Siedlungen einerseits und dem Entstehen von funktionsfähigen Formen der Vergemeinschaftung in den Siedlungen andererseits wirft Fragen auf. Die negative Bewertung, die durch die sozialstrukturelle Entwicklung verstärkt wurde, war Ausgangspunkt und Basis für neue Formen der Vergemeinschaftung, die sich in Reaktion auf diese Abwertung und die Massierung sozioökonomischer Problemlagen herausbildeten. Damit gibt die Untersuchung von Großsiedlungen Einblick in die Genese einer spezifischen Ausprägung posttraditionaler Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren. Soziale Beziehungen, Gemeinschaft und zivilgesellschaftliche Strukturen entstanden im Umgang mit defizitärer Infrastruktur, überproportionaler Armutsgefährdung, einem wachsenden Anteil von Migranten sowie sogenannten Patchworkfamilien und schließlich in reflexiver Auseinandersetzung mit der negativen Außenwahrnehmung. Es ist zu fragen, inwieweit sich unter diesen besonderen Bedingungen Formen der Vergemeinschaftung herausbildeten, die für die Zeit nach dem Boom, ähnlich denen des schon besser untersuchten links-alternativen Milieus, als typisch gelten müssen. Gerade die Bewohnerinnen und Bewohner der Großsiedlungen waren den Folgen von Wertewandel und sozioökonomischen Strukturbruch besonders intensiv ausgesetzt, so dass zu erwarten ist, dass bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine neue und für die Zeit seit den 1970er Jahren typische Form der lokalen Soziabilität entstand.

Zur Projektseite bei der DFG

 

Digitalisate: Reisetagebücher Hermann Wedding (1856-1862)

Zum Abschluss des Jahres noch mal ein paar digitalisierte Quellen. Die drei umfangreichen Reisetagebücher des späteren Professor für Eisenhüttenkunde, Hermann Wedding (1834-1908), die jetzt digital zur Verfügung stehen, habe ich 2015 während meines Aufenthalts als Scholar in Residence in der Eisenbibliothek Schlatt „entdeckt“. Die Kolleginnen und Kollegen von der Eisenbibliothek haben sich freundlicherweise um die Digitalisierung der bisher weitgehend unerschlossenen Tagebücher gekümmert, so dass Sie nun für alle Interessierten zugänglich sind.

Die Reisetagebücher Hermann Weddings geben Einblick in die Hochphase der europäischen Industrialisierung. Sie zeigen nicht nur, wie die verschiedenen Wissensgebiete von der Geologie über das Montan- und Hüttenwesen bis zum Maschinenbau ineinandergriffen. Sie dokumentieren auch die europäische Dimension des technologischen und ökonomischen Umbruchs der 1850er Jahre.

Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 23: H. [Hermann] Wedding, Über die Freiberger Hütten; Freiberger Hütten Proceße. Abschrift nach einem Hefte des H. Th. [Hieronymus Theodor] Richter; H. [Hermann] Wedding, Verschiedene Notizen, 1856/57 (http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/ebs/0023), 2017.

Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 24: H. [Hermann] Wedding, Reise durch Thüringen, Bayern, Saarbrücken, Lothringen, Rhein, Westphalen, 1858 (http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/ebs/0024), 2017.

Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 25: Hermann Wedding, Metallurgisches Reisetagebuch durch Deutschland, Belgien und England, 1860-1862 (http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/ebs/0025), 2017.

 

Vortrag: Bielefeld 12.12.2017

Auf Einladung von Peter Kramper werde ich morgen, am 12.12.2017, im Wirtschaftsgeschichtlichen Kolloquium an der Universität Bielefeld einen Vortrag halten. Unter dem Titel „Wirtschaften mit Rohstoffen. Praxeologische Perspektiven“ werde ich einen Überblick über die Möglichkeiten geben, die die Praxistheorie für die Untersuchung der Geschichte der Rohstoffnutzung bietet, und diese anhand von zwei kurzen Beispielen erläutern.

12.12.2017, 18:00-20:00 Uhr
Gebäude X E0-213
Universität Bielefeld