Gaststipendien GK Topologie der Technik

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg Topologie der Technik ist am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt angesiedelt. Es wird von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) gefördert (GRK 1343).

Forschungsgegenstand des Graduiertenkollegs ist das Spannungsfeld von Technik und Raum. Das Forschungs­programm zielt – jenseits direkter „Technikfolgen“ – auf die Situiertheit, auf die Raum verändernde und Raum bildende gesellschaftliche Wirkungsmacht insbesondere sogenannter „neuer“ Technologien. Techniktheoretischer Ausgangspunkt ist ein nicht gerätegebundenes Grundverständnis von Technik als „materiellem Dispositiv“. Raumtheoretisch wird beim relationalen Charakter von Räumen angesetzt. Die Beteiligten des Kollegs untersuchen die Topologie der Technik auf vier Ebenen: alltagsräumliche Persistenz, Disposition von Handlungsräumen, Planungs- und entwurfsbasierte Raumkonstruktion sowie simulationstechnische Modellierung. Näheres zum Forschungs- und Lehrprogramm sowie Informationen über die Gruppe der beteiligten Professor/innen finden Interessierte unter http://www.tdt.tu-darmstadt.de

Das Kolleg schreibt

3 Gast-Stipendien

von jeweils 3 Monaten für den Förderzeitraum von Januar bis September 2015 aus. Ein Gaststipendium bietet interessierten Nachwuchswissenschaftler/innen die Möglichkeit, im Themenbereich des Kollegs gelegene Forschungen weiterzuführen sowie den Diskussionszusammenhang des Kollegs zum wechselseitigen Austausch zu nutzen. Hierfür wird ein Arbeitsplatz mit Internetanschluss in direktem Umfeld der anderen Doktorand/innen zur Verfügung gestellt. Ausdrücklich sind auch internationale Gaststipendiat/innen zur Bewerbung eingeladen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in Form eines einzelnen pdf-Dokuments mit einer Größe von max. 6 mb an topologie@ifs.tu-darmstadt.de

bis zum 1. November 2014

Beizufügen sind (1) ein Anschreiben (in engl. oder dt. Sprache) mit sachlicher Begründung und persönlicher Motivation für die Bewerbung

sowie Angaben über den gewünschten Förderungszeitraum, (2) ein Lebenslauf, (2) aka­dem­ische Zeugnisse (mit Angaben zu Sprachkenntnissen), (3) eine Projektbeschreibung von maximal 5 Seiten und (4) die Nennung von mindestens zwei Hochschullehrer/innen als Referenz (Empfehlungsschreiben sind nicht erforderlich). Die eingereichten Ideenskizzen sollen sich auf Themen und Thesen des Forschungsprogramms beziehen. Die Bewerber/innen werden gebeten anzugeben, welche Monate sie in Darmstadt verbringen möchten.

Für Nachfragen stehen die Sprecher/innen des Graduiertenkollegs zur Verfügung: Prof. Dr. Petra Gehring (gehring@phil.tu-darmstadt.de) und Prof. Dr. Mikael Hård (hard@ifs.tu-darmstadt.de).

Ein Stipendium beträgt monatlich zwischen 1.365 und 1.467 €; hinzu kommen ein Sachkostenzuschuss in der Höhe von 103 € und ggf.  weitere Zulagen für Eltern nicht volljähriger Kinder. Nähere Informationen zu den Förderbedingungen finden Sie unter www.dfg.de

Historikertag 2014

Zurück vom Historikertag 2014 in Göttingen (http://www.historikertag.de/Goettingen2014/).

Zwei Sektionen waren für mich gleichermaßen wichtig wie anregend: “Wertsachen. Gewinn und Verlust im „global life of things”" und “Die Materialität der Geschichte. Dinge als Signaturen ihrer Epoche”. In beiden Sektionen ist aus meiner Sicht deutlich geworden, wie sehr es immer noch um Objekte, insbesondere von Menschen manipulierte und meist komplexe Artefakte geht, wenn von “Materialität” die Rede ist. Die Debatte ist zwar inzwischen, vor allem Dank ANT, über die Konzeptionierung von Objekten als reine Bedeutungsträger hinausgegangen. Viele der Beiträge der Sektionen haben zumindest versucht aufzuzeigen, worin eine “agency” der Objekte liegen könnte und inwieweit von einer “agency” zu sprechen ist. Insofern baut man hier die Pfade der Erforschung “Materieller Kultur” allmählich aus. Was aber noch nicht geschieht, jedenfalls nicht in diesen beiden Sektionen des Historikertages, ist, dass die physikalischen Eigenschaften der Objekte systematisch berücksichtigt werden – das bleibt meist oberflächlich und wenig reflektiert. Auch der Verweis auf die naturwissenschaftlichen Nachbarwissenschaften führt eigentlich eher dazu, dass kein eigenständiger geschichtswissenschaftlicher Zugang, in Fortführung der historisch-kritischen Methode, entwickelt wird. Trotzdem war vor allem die Sektion zum „global life of things” die produktivste, die ich bisher auf einem Historikertag erlebt habe: es wurde kontrovers über die zukünftige Forschung diskutiert.

Letzter Arbeitstag im Schloss

Heute letzter Arbeitstag im Darmstädter Residenzschloss und mein letzter Tag in Raum 230.

Das Institut für Geschichte verlässt das Schloss und ist ab nächster Woche in der Landwehrstraße 50a, S4|23, 3.OG, 64293 Darmstadt.

Wann wir nach der Sanierung wieder in das Schloss zurück ziehen ist noch unklar.

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EAUH 2014

Zurück von der Tagung der European Association for Urban History in Lissabon.

Highlight war für mich ein round table “Urban Agency”, organisiert von Bert de Munck und Simon Gunn. Diskutiert wurde ausgehend von der Frage, wie “Stadt” oder “das Urbane” stärker als eigenständiger Faktor in die Forschung einbezogen werden kann. Die Diskussion war theoretisch-methodisch angelegt, ausgehend von Bert de Muncks Plädoryer dafür, an die Actor-Network Theorie anzuknüpfen. Insgesamt hat dieser Vorschlag zwar wenig Widerhall gefunden, aber das Interesse an einer Neubestimmung stadtgeschichtlicher Forschungsansätze war dennoch nicht zu übersehen. Aus meiner Sicht steht dieser round table (gemeinsam mit dem ESF Expolatory Workshop, den wir im März in Darmstadt veranstaltet haben), am Anfang einer Debatte, die uns noch länger beschäftigen wird.

Die Sektion “The Urban Economy: Networks, Flows and Place”, in der ich mein eigenes Paper vorstellen durfte, hat ebenfalls zu spannenden Diskussionen geführt. Hier hat sich aus meiner Sicht bestätigt, dass es dringend nötig ist, die mittlerweile sehr kulturalistisch durchdrungene historische Forschung wieder stärker mit der Wirtschaftsgeschichte zu verknüpfen, die genau diesen methodischen “turn” nicht mitvollzogen hat. Dass diese Differenz den Austausch, bzw. die Einbeziehung einer Wirtschaftsgeschichte, die stark ökonomisch und quantifizierend argumentiert, schwierig – aber keineswegs unmöglich – macht, hat sich auch in dieser Sektion gezeigt.