Neue Veröffentlichung: „Alternative Blicke auf die eigene Stadtgeschichte“

Jetzt erschienen im neuen Heft der Modernen Stadtgeschichte ist ein Aufsatz, den ich gemeinsam mit Dieter Schott über die Rolle von Geschichtswerkstätten bei der Pluralisierung von lokalem Geschichtswissen in den 1980er Jahren geschrieben habe.

Abstract: This contribution focusses on the attempts by local history groups emerging around 1980 to develop new and alternative perspectives on the history of their own city and region. It contends that the activities of these ‘history workshops’, by which they not only put new themes centre stage but also established new methods of historical research and public presentation, contributed to the construction of a pluralised historical heritage since the 1980s. The article analyses the particular modes of communicating and organising public actions towards the formation of an alternative knowledge about the local past. It demonstrates how the hidden history of places such as a concentration camp near Überlingen on the Lake of Constance or the proletarian housing estate Lindenhof in Berlin was uncovered and raised to public consciousness.

Sebastian Haumann und Dieter Schott: Alternative Blicke auf die eigene Stadtgeschichte. Geschichtswerkstätten und die Pluralisierung lokalen Geschichtswissens in den 1980er Jahren, in: Moderne Stadtgeschichte 2021/1, S. 46-68.

Tagung: „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“

Am 11. und 12. März 2021 findet die Tagung „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“ statt, die Kerstin Brückweh im Rahmen des DFG-Projektes „Sozialdaten als Quellen der Zeitgeschichte“ organisiert. Gemeinsam mit Swenja Hoschek werde ich über die Entstehung von Sozialdaten im Zusammenhang mit der Anwaltsplanung in Darmstadt-Kranichstein in den Jahren 1972-1975 sprechen. Das besondere an der Anwaltsplanung war, dass sie Daten erhob, die zugleich über die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner*innen der Großsiedlung Auskunft geben sollten und als Verfahren der Wissensgenerierung sozialwissenschaftlich beobachtet wurde. Diese Doppelperspektive wollen wir in unserem Vortrag herausarbeiten.

Zum Tagungsprogramm

Übung im WS 2020/21: Citizens Science, Third Mission und Public History. Eine Perspektive für die Geschichtswissenschaften?

Im kommenden Wintersemester werde ich mich mit meinen Studierenden mit den Grundlagen der Citizen Science und der Public History auseinandersetzen:

Aktuell wird an die Wissenschaft verstärkt der Anspruch gestellt, Laien außerhalb der Universität aktiv in die Forschung einzubeziehen. Bürger*innen sollen sowohl an den Ergebnissen der Forschung als auch am Erkenntnisprozess teilhaben. Dieses Ziel wird in der wissenschaftspolitischen Debatte unter den Schlagworten „Citizens Science“ und „Third Mission“, also die „dritte Mission“ der Universitäten neben Forschung und Lehre, verhandelt. In den Geschichtswissenschaften sind entsprechende Konzepte noch nicht besonders weit entwickelt. Allerdings schließen „Citizens Science“ und „Third Mission“ an das bereits etablierte Feld der Public History an, also an den Bereich der Geschichtswissenschaft, der sich mit der Vermittlung von historischem Wissen in Museen, Bildungseinrichtungen und zunehmend auch im Internet befasst.

In dieser Übung werden wir aktuelle wissenschaftspolitische Fragen diskutieren und darüber sprechen, wie und inwieweit historische Forschung diesen Ansprüchen gerecht werden kann oder soll. Grundlage der Diskussion sind ausgewählte Texte, die einen Überblick über Ansätze und Kontroversen über „Citizens Science“, „Third Mission“ und Public History geben. Erwartet wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme eine Kurzpräsentation über ein selbstgewähltes Forschungsprojekt, das sich an den besprochen Ansätzen „Citizens Science“, „Third Mission“ oder der Public History orientiert.