Habilitationsvortrag

Am kommenden Donnerstag, den 16.2.2017 werde ich meinen Habilitationsvortrag mit dem Titel „Non-Importation. Konsumverhalten als politisches Instrument der nordamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, 1763-1775“ halten. Mit dem Vortrag bewege ich mich nun endlich auch einmal in das 18. Jahrhundert und so ein bisschen in Richtung Frühe Neuzeit. Zudem bewege ich mich damit auch konzeptionell in einem für mich neuen Bereich. Das gemeine an dem Habilitationsvortrag ist nur, dass man für die Vorbereitung bloß zwei Wochen Zeit hat. Das reicht nicht wirklich, um tiefgreifend zu recherchieren. Aber dafür habe ich ja nach dem Habilvortrag ganz viel Zeit.

Einführung in die Arbeit mit Quellen zur Umweltgeschichte der Frühindustrialisierung

In meinem Seminar (Umweltgeschichte der Industrialisierung) haben wir zu Letzt eine Reihe von archivalischen Quellen aus dem früh industrialisierten Siegerland gelesen. Aus diesem Quellenmaterial kann man mit den Studierenden hervorragend herausarbeiten, dass es bereits im 18. Jahrhundert Konflikte um Umweltverschmutzung und begrenzte Ressourcen gab – allen voran die auch in der Forschung breit diskutierte „Holznot“. So verlangte etwa die Oranien-Nassauische Regierung des Fürstentums Siegen 1779 ein Gutachten zu der Frage, „ob das Grubenholz von je her in einem solchen hohen Preise, wie gegenwärtig gestanden habe, oder ob es nach und nach und wann erhöhet worden sey und so weiter.“ Dieses Gutachten ist nicht nur überliefert, sondern liegt inzwischen auch als Digitalisat der Bestände des Landesarchivs NRW (Westfalen) online vor (Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Nr. I A 129, Digitalisat im DFG-Viewer).

Da es nicht nur Ziel des Seminars ist, etwas über Umweltkonflikte im Zusammenhang mit der Industrialisierung zu erfahren, sondern auch den Umgang mit archivalischen Quellen zu vertiefen, haben wir einige Stücke aus dieser digitalisierten Akte gemeinsam transkribiert. Hilfreich war zur Vorbereitung das Internetangebot Geschichte Online und hier insbesondere die „Ersten Schritte im Kurrent-Lesen„. Im weiteren Verlauf des Semesters werden wir das Kurrentschriftlesen und -transkribieren an weiteren Quellen aus dem digitaisierten Bestand einüben, die wir dann auf umweltgeschichtliche Fragen hin interpretieren können.

Lehrformat im Seminar

Heute letzte Sitzung eines sehr erfolgreichen Seminars „Die Gründung der USA“ im Sommersemester 2014. Perfekte Lehrvoraussetzungen: eine diskussionsfreudige Gruppe von 12 Studierenden. Und ein gutes Konzept. Nach vier einführenden Sitzungen, in denen wir verschiedene Handbuchtexte besprochen haben, haben wir für den Rest der Sitzungen auf die sonst obligatorischen Referate verzichtet. Stattdessen mussten die Studierenden jeweils eine Woche vor „ihrer“ Sitzung eine einseitige Ideenskizze mit Fragestellung, Literaturlage und möglichen Quellen einreichen und dazu einen passenden Aufsatz aus dem Blackwell „Companion to the American Revolution“. Die Beiträge aus dem „Companion“ haben sich als für diesen Zweck gut geeignet erwiesen: sie sind relativ kurz (meist 5-10 Seiten), pointiert und dicht geschrieben und beleuchten alle wesentlichen Aspekte der Amerikanischen Unabhängigkeit.  So hatten wir in jeder Sitzung neben der Ideenskizze eine fundierte Diskussionsgrundlage, auf die sich alle Teilnehmer bei der Besprechung der Ideenskizzen beziehen konnten. Auf dieser Grundlage konnten alle Ideenskizzen in der gemeinsamen Diskussion so weit verbessert werden, dass die Studierenden nun (hoffentlich) alle sehr gute Hausarbeiten verfassen können – nach dem Seminarverlauf gehe ich jedenfalls davon aus. Insgesamt ein gelungenes Experiment mit dem Lehrformat „Seminar“, das ich in kommenden Semestern auf jeden Fall wieder aufgreifen werde.