Tagungsbericht „1968: Wohnungsfrage“

Hier gibt es einen kurzen Bericht über den Workshop „1968: Wohnungsfrage“, zu dem ich mit einem Vortrag zu den sich wandelnden Partizipationsansprüchen in Städtebau und Architektur beigetragen habe. Der Workshop fand am 3. und 4. Mai an der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar statt und war Teil einer Veranstaltungsreihe zur Wohnungspolitik.

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Neue Publikation: Movimento del ‘77 Perceived

Soeben ist das Belegexemplar des Sammelbandes „Cities Contested. Urban Politics, Heritage, and Social Movements in Italy and West Germany in the 1970s“ eingetroffen, in dem mein Aufsatz „„Movimento del ‘77“ Perceived. Reinvigorating Urban Protest in West-Germany“ erschienen ist. Der Sammelband geht auf eine Tagung am DHI Rom im Mai 2015 zurück.

„Movimento del ‘77“ Perceived. Reinvigorating Urban Protest in West-Germany, in: Martin Baumeister, Bruno Bonomo und Dieter Schott (Hg.): Cities Contested. Urban Politics, Heritage, and Social Movements in Italy and West Germany in the 1970s, Frankfurt am Main 2017, S. 301-320.

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Publikation: Crosstown Expressway

Gestern ist in der Encyclopedia of Greater Philadelphia mein Eintrag zum „Crosstown Expressway“ veröffentlicht worden.

Die Encyclopedia of Greater Philadelphia ist ein umfassendes Nachschlagewerk zur Geschichte von Philadelphia. Das besondere an diesem Lexikon ist, dass es vollständig online ist. Anders als andere online-Lexika aber (z.B. Wikipedia) gibt es eine systematische Qualitätskontrolle durch ein Review-Verfahren und eine Redaktion.

Mein Eintrag zum „Crosstown Expressway“ zeichnet in einer knappen Darstellung die Planung, vor allem aber den Widerstand gegen diese innerstädtische Autobahn im Süden der Innenstadt von Philadelphia nach. Tatsächlich wurden die Pläne für den „Crosstown Expressway“ 1974 auf Grund von Protesten aufgegeben. Die Erfahrung, dass Aktivisten erfolgreich gegen solche Großprojekte angehen konnten, markiert einen wichtigen Umbruch in der Stadtgeschichte Philadelphias (und darüber hinaus) und veränderte die lokale Planungskultur nachhaltig.

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Vortrag im Kolloquium des Institus für Soziale Bewegungen, Bochum

Am kommenden Montag, den 7.12.2015 um 18 Uhr bin ich zu einem Vortrag im Forschungskolloquium „Sozialstrukturen und soziale Bewegungen“ des Institus für Soziale Bewegungen in Bochum eingeladen.

Protest und Stadterneuerung in den 1970er Jahren

Abstract zum Vortrag

Zwischen den 1960er und 1980er Jahren kam es zu fundamentalen Veränderungen im Umgang mit dem städtebaulichen Erbe. Stadterneuerung wandelte sich von der sogenannten „Flächensanierung“ zur „erhaltenden Erneuerung“. In der Bundesrepublik Deutschland waren es vor allem die Stadtteile der Gründerzeit, aber z.B. auch Arbeitersiedlungen, die in den 1960ern zum Abriss vorgesehen waren, dann aber binnen eines Jahrzehnts zu erhaltenswerten und nachgefragten Wohnlagen avancierten. Über die Ursachen und Hintergründe dieses städtebaulichen Paradigmenwechsels ist seither viel diskutiert worden. Ein Erklärungsfaktor, der immer wieder hinter diesem Wandel ausgemacht wurde, war die in den 1970er Jahren zunehmende Protestaktivität. Bürgerinitiativen und lokale Protestgruppen setzten sich explizit für den Erhalt alter Bausubstanz und bestehender Stadtstrukturen ein.

In meinem Vortrag werde ich die Rolle solcher Protestinitiativen im Kontext breiterer historischer Prozesse analysieren, die in den 1970er Jahren kulminierten: erstens im Kontext des Wertewandels, zweitens der Verwissenschaftlichung des Sozialen und drittens der Entstehung der architektonischen Postmoderne. Dabei wird deutlich, dass Protest sich einerseits nicht einfach an der Entrüstung über „Kahlschlagsanierungen“ entzündete, sondern sich vor allem aus kontextuellen Veränderungen speiste. Es zeigt sich andererseits auch, dass der Einfluss, den die gesteigerte Protestaktivität zweifelsohne auf den städtebaulichen Paradigmenwechsel hatte, nicht auf die Wirksamkeit populärer Widerständigkeit reduziert werden kann.

 

Archiv für alternatives Schrifttum in NRW

Im November 2015 bin ich Mitglied im Verein „Archiv für alternatives Schrifttum in NRW“ (afas) geworden. Das afas ist eines der größten Archive, in dem vor allem Zeitschriften und andere Veröffentlichungen der Protestbewegungen der 1970er und 1980er Jahre aufbewahrt werden. Als freies Archiv ist es auf die Unterstützung von Vereinsmitgliedern und Spenden angewiesen, die das Archiv neben projektabhängigen Fördergeldern finanzieren.

Ich selber habe im afas 2005 für meine Magisterarbeit und dann nochmal 2006 für die Dissertation recherchiert. Mich haben damals nicht nur die umfangreichen Bestände beeindruckt. Auch die Unterstützung durch Jürgen Bacia, der das afas leitet, hat die Arbeit dort sehr angenehm und produktiv gemacht. Deswegen bin ich jetzt Mitglied geworden und kann auch jedem, der zur Geschichte von Protestbewegungen in der Bundesrepublik forschen will, nur empfehlen einmal dort vorbeizuschauen – und natürlich das afas zu unterstützen, damit es auch in Zukunft fortbestehen kann.

Zur Hompeage des afas

Aufsatz „Hausbesetzungen 1980-1982“ online

Das Institut für Soziale Bewegungen in Bochum hat die älteren Jahrgänge des Mitteilungsblatts des Instituts für Soziale Bewegungen (jetzt „Moving the Social“) online gestellt.

Somit ist mein Aufsatz „Hausbesetzungen 1980–1982 in Hilden. Möglichkeiten der Mikroforschung für die Protestgeschichte“, der in Band 34 (2005) des Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen erschienen ist, online frei verfügbar.

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Tagung: Cities and Societies in Transition? The 1970s in West Germany and Italy

Das Programm zur Tagung Tagung „Cities and Societies in Transition? The 1970s in West Germany and Italy / Città e società in transizione? Gli anni Settanta nella Germania occidentale e in Italia“ ist online. Die Tagung findet am 21./22.5.2015 am Deutschen Historischen Institut in Rom statt und ist eine Kooperation des Deutschen Historischen Institut in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) und der Associazione Italiana di Storia Urbana (AISU), mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Ich werde dort über die westdeutsche Rezeption italienischer urbaner Protestbewegungen um 1977 sprechen. In den 1970er Jahren hatte die italienische Linke eine erhebliche Ausstrahlungskraft. Sie erschien in ihren Forderungen (relativ) erfolgreich, hatte mit der ausgesprochen starken Kommunitischen Partei Italiens einen (vermeintlichen) Bündnispartner und entwickelte kreative Protestformen, wie z.B. die Aktionen der „Stadtinidianer“. All das faszinierte Aktivisten aus dem westdeutschen links-alternativen Milieu, die sich gerade 1977, dem Jahr des „Deutschen Herbstes“, in einer Reorientierungsphase befanden und deswegen die italienischen Vorbilder breit thematisierten.

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