Tagung: „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“

Am 11. und 12. März 2021 findet die Tagung „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“ statt, die Kerstin Brückweh im Rahmen des DFG-Projektes „Sozialdaten als Quellen der Zeitgeschichte“ organisiert. Gemeinsam mit Swenja Hoschek werde ich über die Entstehung von Sozialdaten im Zusammenhang mit der Anwaltsplanung in Darmstadt-Kranichstein in den Jahren 1972-1975 sprechen. Das besondere an der Anwaltsplanung war, dass sie Daten erhob, die zugleich über die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner*innen der Großsiedlung Auskunft geben sollten und als Verfahren der Wissensgenerierung sozialwissenschaftlich beobachtet wurde. Diese Doppelperspektive wollen wir in unserem Vortrag herausarbeiten.

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Workshop: Socio-Spatial Disparities (20.11.2020)

Am Freitag, den 20.11.2020 werde ich auf dem von Christoph Bernhardt und Marjaana Niemi organisierten Workshop „Exploring socio-spatial disparities in Western and socialist cities. Theoretical challenges and empirical insights“ einen Vortrag zu der Erfahrungsdimension sozialer Ungleichheit beitragen: „Disparities as Experience? How to reconstruct and interpret the perception of being left behind“. Darin werde ich vor allem einige konzeptionelle Ideen thesenartig zur Diskussion stellen. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf das virtuelle Wiedersehen mit vielen Kollegi*nnen, die ich sonst auf der EAUH Tagung in Antwerpen getroffen hätte.

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Tagungsbericht: Anders Wohnen

Im aktuellen Jahresbericht der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) ist jetzt mein Bericht über unsere Tagung „Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er Jahren“ erschienen. Die Tagung haben Swenja Hoschek, Dieter Schott und ich gemeinsam mit Kirsten Heinsohn von der FZH im Rahmen des DFG-Projekts „Großsiedlungen in der Krise“ organisiert.

Tagungsbericht: Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er Jahren, in: Zeitgeschichte in Hamburg 2019, S.134-141.

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Vortrag am Historischen Zentrum Wuppertal (3.3.2020)

Am kommenden Dienstag werde ich einen Vortrag am Historischen Zentrum Wuppertal halten, der sicherlich auch von lokalhistorischem Interesse sein wird.

„Kalkstein für die Industrialisierung. Eine Geschichte der Steinbrüche von Dornap“

03.03.2020, 19.00 Uhr
Kontor 91, Werth 91, Wuppertal Barmen

Noch heute zeugen die riesigen Steinbrüche im Wuppertaler Westen von der enormen Bedeutung der Kalksteingewinnung in diesem Teil des Bergischen Landes. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand rund um die Bahnstation Dornap ein riesiger Komplex von Steinbrüchen, Aufbereitungsanlagen und Kleinbahntrassen. Ausschlaggebend war aber nicht die Nachfrage nach Kalk als Düngemittel oder Baumaterial, sondern die massenhafte Verwendung des Rohstoffs in den Hochöfen des Ruhrgebiets. Seit den 1850er Jahren griffen Hüttenwerke auf das Gestein zurück, so dass Dornap zum wichtigsten Lieferanten von Kalkstein für die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet wurde. Als die zahlreichen Kleinbetriebe, die das Gestein bis dahin gefördert hatten, sich 1887 zu den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken zusammenschlossen, um den Markt zu monopolisieren, begannen die Unternehmen der Eisen- und Stahlindustrie ihrerseits, eigene Steinbrüche anzulegen. So kam es in den Jahren um 1900 zu einer weiteren Expansion der Kalksteingewinnung, die in Richtung Schöller, Gruiten und Wülfrath ausgriff. Im Zuge der Ausweitung kam es immer häufiger zu Konflikten mit Anwohnern, die sich über die Eingriffe und Gefahren der Steingewinnung beschwerten. Auch die aufkommende Heimatschutzbewegung kritisierte die Folgen des Abbaus. Während die Kalksteingewinnung in Dornap zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend an soziale Grenzen stieß, ging die Nachfrage der Eisen- und Stahlindustrie in der Zwischenkriegszeit spürbar zurück. Anfang der 1930er Jahre wurden viele der Steinbrüche in Dornap stillgelegt – einige für immer.

 

Tagung „50 Jahre Moderne Stadtgeschichte“, Darmstadt 13./14.2.2020

 

50 Jahre Moderne Stadtgeschichte: Rückblicke – Rundblicke – Ausblicke

13.-14.Februar 2020

Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus der TU Darmstadt

Dieburger Straße 241, 64287 Darmstadt

Im Jahr 2020 kann die Zeitschrift ‚Informationen zur modernen Stadtgeschichte‘ (IMS) / ‚Moderne Stadtgeschichte‘ (MSG) ihre Gründung vor 50 Jahren feiern. Im gleichen Jahr, 1970, trat die Thematik der modernen Stadtgeschichte erstmals im Rahmen des deutschen Historikertags in Form einer Sektion in Erscheinung. In engerem zeitlichen Zusammenhang damit ist auch die Gründung des ‚Instituts für vergleichende Städtegeschichte‘ 1969 an der Universität Münster und wenige Jahre später die Gründung der Arbeitsgemeinschaft ‚Die Alte Stadt‘ zu sehen. Die Schwelle zu den 1970er Jahren zeigt sich also wissenschaftsgeschichtlich als eine produktive und neue Perspektiven eröffnende Periode. 2020 ist zudem der 20. Jahrestag der Gründung der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschng (GSU), die wichtige Initiativen in der modernen Stadtgeschichte entwickelt hat.

Die Tagung möchte ausgehend vom 50jährigen Bestehen der Zeitschrift IMS/MSG einerseits einen Rückblick auf den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext der Gründungszeit vornehmen. Andererseits soll herausgearbeitet werden, wie sich die moderne Stadtgeschichte seitdem in der Wissenschaftslandschaft etablierte. Dabei wird auch auf die internationale Vernetzung der Stadtgeschichte, insbesondere im Rahmen der European Association for Urban History, eingegangen und die Rezeption der paradigmatischen Wenden, wie dem linguistic turn und dem spatial turn, sowie die thematischen Erweiterungen der Stadtgeschichte reflektiert. Die Institutionalisierung der modernen Stadtgeschichtsforschung mit der Gründung der GSU im Jahr 2000 und der Neukonzipierung der IMS veränderte dann im frühen 21. Jahrhundert das Feld nochmals. Abschließend richtet die Tagung einen Blick nach vorn auf aktuelle Arbeitsfelder, derzeitige Leerstellen und Zukunftsaufgaben der modernen Stadtgeschichte.

Anmeldungen werden bis zum 31.1.2020 erbeten unter: sekr-nng@pg.tu-darmstadt.de

 

Programm

Donnerstag, 13. Februar 2020

13.00 Uhr: Begrüßung und Einführung

I. Rückblicke

13.30 – 15.00 Uhr: 1. Der Aufbruch um 1970

Mod.: Jens Ivo Engels (Darmstadt)

Sebastian Haumann (Darmstadt): Stadtgeschichte zwischen wissenschaftlichem Aufbruch und der ‚Krise der Stadt‘. Debatten und Forschungsinitiativen um 1970

Round-Table: Moderne Stadtgeschichte aus der Sicht der Gründergeneration
Christian Engeli (Berlin), Horst Matzerath (Köln/Erftstadt), Jürgen Reulecke (Gießen)
Mod.: Clemens Zimmermann (Saarbrücken)

15.00 – 16.30 Uhr: 2. Moderne Stadtgeschichte: Von der Sozialgeschichte zur Kulturgeschichte
Mod.: Gisela Mettele (Jena)

Dieter Schott (Darmstadt): Moderne Stadtgeschichte im Spiegel der IMS in den 1970er und 1980er Jahren

Round-Table: Stadtgeschichte als Kulturgeschichte
Thomas Mergel (HU Berlin), Ralf Roth (Frankfurt), Adelheid von Saldern (Göttingen/Hannover)
Mod.: Martin Baumeister (Rom/München)

16.30 – 17.00 Uhr: Kaffeepause / Coffee Break

17.00 – 18.30 Uhr: 3. In Search of the European City: Towards a European Agenda in Urban History
Mod.: Detlev Mares (Darmstadt)

Richard Rodger (Edinburgh): The Centre for Urban History, Leicester and European urban history

Marjaana Niemi (Tampere): From National to Transnational Approaches: The Contribution of the EAUH Conferences

Rainer Liedtke (Regensburg): How „European“ is the „European City“?

19.30 Uhr: Essen/ Conference Dinner

 

Freitag, 14. Februar 2020

09.00 – 10.30 Uhr: 4. The Emergence of a new field: Urban Environmental History
Mod.: Michael Toyka-Seid (Königswinter/ Darmstadt)

Christoph Bernhardt (Berlin) / Geneviève Massard-Guilbaud (Paris): The Making of a Network: The Round-Tables for Urban Environmental History (1998-2008)

Harold Platt (Chicago): Following the Flows: A Brief History of Transnational Urban Environmental History Since 2000

Tim Soens (Antwerpen): Urbanising Nature – Why the Middle Ages matter for the Modern Environmental History of the City

10.30 – 10.45 Uhr: Kaffeepause / Coffee Break

II. Rundblicke

10.45 – 11.30 Uhr: 5. Von der Krise zur Renaissance der Städte: Die Veränderung des Kontextes aus dem Blick anderer Fächer
Mod.: Sybille Frank (Darmstadt)

Martina Löw (TU Berlin): Transmoderne Stadtgeschichte. Songdo oder wie zügig die smart city des 21. Jahrhunderts historisch wird.

Tilman Harlander (Stuttgart): Renaissance der Stadt – urban divide?

III. Ausblicke

11.30 – 13.00 Uhr: 6. Perspektiven für eine moderne Stadtgeschichte des 21. Jahrhunderts
Mod.: Sebastian Haumann (Darmstadt)

Statements

Dorothee Brantz (TU Berlin): Die GSU: Ein Blick nach vorn

Gisela Mettele (Jena): Geschlecht

Clemens Wischermann (Konstanz): Wirtschaft

Martina Heßler (Darmstadt): Elektrifizierung revisited: Kulturhistorische Perspektiven auf digitalisierte Städte

Martin Knoll (Salzburg): Stadt – Land: Geschichte einer Entgrenzung?

Mikael Hård (Darmstadt): Colonial Cities – Histories from Below

13.00 Uhr: Abschluss-Statement gefolgt von Imbiss

 

Veranstalter/Kontakt:

Prof. Dr. Dieter Schott / PD Dr. Sebastian Haumann
TU Darmstadt, Fachgebiet Neuere Geschichte / Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)

Forum Stadtgeschichte 2019

Forum Stadtgeschichte 2019: „G/lokalisierungen. Stadthistorische Forschung zwischen Globalgeschichte und Lokalstudien“

Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)
15.11.2019-16.11.2019, Darmstadt, TU Darmstadt, Institut für Geschichte,
Landwehrstr. 50a, 64293 Darmstadt

Die Globalgeschichte entwickelt sich derzeit äußerst dynamisch und prägt
zunehmend auch die stadtgeschichtliche Forschung, etwa indem sie die
Bedeutung transnationaler Diskurse hervorhebt oder die Aufmerksamkeit
auf Städte in bisher wenig untersuchten Weltregionen lenkt. Dennoch ist
die Stadtgeschichte nach wie vor ein Feld, das stark durch lokale
Fallstudien geprägt ist, die nicht zwingend eine globale Dimension
aufweisen. Lokalstudien sind weiterhin ein wichtiger Zugriff auf
stadthistorische Themen, um politische, soziale und kulturelle
Binnenprozesse aufzeigen zu können. Vor dem Hintergrund dieses latenten
Spannungsverhältnisses möchten wir im Rahmen des diesjährigen Forums
Stadtgeschichte diskutieren, welchen Mehrwert eine globale Perspektive
für die Stadtgeschichte haben kann, in welchen Fragen lokal begrenzte
Studien weiterhin relevante Erkenntnisse liefern und wie sich lokale und
globale Geschichte miteinander verbinden lassen.

Mit dem Forum Stadtgeschichte setzt die Gesellschaft für Stadtgeschichte
und Urbanisierungsforschung (GSU) die Tradition der Nachwuchstagungen
fort. Es soll Wissenschaftler/innen in der Qualifikationsphase die
Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten vorzustellen und zu diskutieren.

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Freitag, 15.11.2019

13:00 Begrüßung und Einführung in das Programm
Dorothee Brantz / Sebastian Haumann

13:30 Globale Planung – lokale Erfahrung
Moderation: Sebastian Haumann

Laura Meneghello (Siegen): Stadtrohrpostnetze. Infrastrukturelle und
gesellschaftliche Interaktionen auf lokaler und globaler Ebene im
„langen 20. Jahrhundert“
Swenja Hoschek (Darmstadt): Über Großsiedlungen sprechen.
Vielstimmigkeit und Herstellung der Wahrnehmungen neuer Wohnorte
Kommentar: Gisela Mettele

15:00 Kaffeepause

15:30 Lokalität im (post-)kolonialen Kontext
Moderation: Dorothee Brantz

Daniela Hettstedt (Basel): Historische Stadt, globaler Ort. Tanger im
19. und 20. Jahrhundert
Benjamin Möckel (Köln/Oxford): Globale Nachbarschaften. Clifford
Manshardt, das Nagpada Neighborhood House und die Entstehung von Social
Work in Bombay
Kommentar: Rainer Liedtke

17:00 Impulsreferat und Textdiskussion

Samstag, 16.11.2019

9:00 Synchronisierte Welten
Moderation: Sylvia Necker

Jonas Albrecht (Linz): Surprising Similarities? Politics of Food
Provisions between ‚Moral‘ and ‚Market‘ Economies in Vienna, Paris, and
New York City, c. 1770s-1870s
Sabrina Kirschner (München): Entwicklungspolitische Lösungsansätze für
urbane Umweltprobleme im globalen Kontext. Luftverschmutzung in Mexiko
Stadt und Gewässerverschmutzung in São Paulo (1960 1980)
Kommentar: Dorothee Brantz

10:30 Kaffeepause

11:00 Repräsentationen des Translokalen
Moderation: Dieter Schott

Nina Szidat (Duisburg-Essen): Doing Europe. Ost- und westdeutsche
Städtepartnerschaften mit Großbritannien als Beitrag
zivilgesellschaftlicher Europäisierung?
Johanna Strunge (Göttingen): Stadtgeschichtliche Repräsentation(en) des
Globalen. Das Beispiel Hamburgs in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts
Kommentar: Sylvia Necker

12:30 Imbiss und Diskussion über zukünftige Themen der GSU

14:00 Ende der Konferenz