Konstruktivismus und „postfaktische“ Argumentationsschleifen

Am 15.12.2016 war in der ZEIT ein Artikel von Michael Hampe zu lesen (zum Artikel), in dem er über die Parallelen des kulturwissenschaftlichen Konstruktivismus und den sogenannten „postfaktischen“ Argumentationsmustern schreibt, die in letzter Zeit von Konservativen und Rechten benutzt werden. Der Artikel ist polemisch überspitzt und vereinfacht stark, aber ich finde ihn trotzdem lesenswert, weil er auf einen Zusammenhang hinweist, der mir schon seit einiger Zeit zu denken gibt. Meine Versuche, die Bedeutung von „Materialität“ zu fassen und geschichtswissenschaftlich zu untersuchen, zielen auf dieses Problem. Sicherlich, gesellschaftliches Wissen und Vorstellungen über so unterschiedliche Dinge wie Gesellschaft oder Stoffe sind konstruiert – hinter diese Grundannahme wird die geisteswissenschaftliche Forschung nicht zurück können. Aber jenseits dieser Konstruktionen existieren Phänomene, auf die sich die Konstruktion bezieht. Konstruktionen sind nicht beliebig, darauf sollte der geisteswissenschaftliche Diskurs wieder mehr eingehen, wenn er nicht die Vorlage für „postfaktische“ Argumentationsschleifen liefern will. Lösungen bietet Hampe in der ZEIT nicht an, nicht einmal andeutungsweise. Für mich besteht eine mögliche Lösung darin, den Fokus geisteswissenschaftlicher Forschung auf die Wechselwirkung zwischen Konstruktionen und „faktischen“ Bedingungen zu legen, mit denen sie verflochten sind.

Promotionsstellen GRK „Kritische Infrastrukturen“ (TU Darmstadt)

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Technischen Universität Darmstadt neu eingerichtete, interdisziplinäre Graduiertenkolleg (GRK) „Kritische Infrastrukturen: Konstruktion, Funktionskrisen und Schutz in Städten“ schreibt zum 01. Oktober 2016 12 Stellen als Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Wissenschaftlicher Mitarbeiter aus.

Das GRK erforscht städtische Techniksysteme, aber auch die Wechselwirkungen von Technik und (Stadt)Gesellschaften in Geschichte und Gegenwart. Es geht also um technische und damit verbundene politische, soziale und kulturelle Fragen städtischer Sicherheit. Im Mittelpunkt stehen Systeme der Ver- und Entsorgung, der Kommunikation und des Transports, die zum Nervensystem moderner Städte geworden sind. Ihre Störung kann daher dramatische Krisen auslösen. Hintergrund ist die wachsende Verwundbarkeit moderner Städte infolge externer Bedrohungen der Infrastruktursysteme (z. B. Naturkatastrophen, Terroranschläge und Cyberattacks), aber auch infolge wachsender Komplexität und Vernetzung der Systeme selbst. Ziel ist es, diese komplexen Systeme in ihren räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen zu verstehen und zu erklären und Praktiken der Planung, Vermeidung von Funktionsunterbrechungen bzw. der Vorbereitung auf diese zu analysieren.

Dies geschieht in drei Forschungsschwerpunkten:
(1.) Wir wollen die Konstruktion technischer Infrastrukturen als „kritisch“ in den Blick nehmen. Wir fragen danach, welche technischen Funktionsnotwendigkeiten und sozialen und politischen Zuschreibungen relevant sind und inwieweit diese je nach historischem und räumlichem Kontext variieren.
(2.) Wir gehen davon aus, dass die komplexen räumlichen und zeitlichen Arrangements bei infrastrukturellen Funktionskrisen besonders gut erkennbar werden. Wir untersuchen daher Ausfälle von städtischen Infrastrukturen einschließlich der Bedingungen ihrer Vulnerabilität oder Resilienz.
(3.) Schließlich fragen wir danach, wie der Schutz vor und die Vorbereitung auf infrastrukturelle Funktionskrisen organisiert werden oder werden können (Prevention und Preparedness). Welchen räumlichen und zeitlichen Faktoren tragen sie Rechnung?

Die Forschung im GRK ist interdisziplinär angelegt und erfolgt durch Zusammenarbeit folgender Fachgebiete: Raum- und Infrastrukturplanung, Neuere und Neueste Geschichte, Technikgeschichte, Mittelalterliche Geschichte, Technikphilosophie, Vergleichende Analyse politischer Systeme, Ubiquitäre Wissensverarbeitung, Entwerfen und Stadtentwicklung, Bahnsysteme sowie Informatik im Bauwesen. Nähere Informationen finden Sie bald auch auf folgender Website: www.kritis.tu-darmstadt.de.

Für Historikerinnen und Historiker stehen insgesamt vier Promotionsstellen (zu je 65% einer Vollzeitstelle) in drei Fachgebieten zur Verfügung. Genauere Angaben zu den Aufgaben und Ansprechpartnern für die historischen Arbeiten folgen am Ende dieser Ausschreibung!

Aufgaben:
Aufgabe der KollegiatInnen ist die Abfassung einer Doktorarbeit innerhalb von drei Jahren in ihrem jeweiligen Fach zu einem (oder mehreren) der o.g. Forschungsschwerpunkte. Über den eigenständigen Forschungsbeitrag zur eigenen Disziplin und entsprechende Fachpublikationen/-vorträge hinaus wird erwartet, dass sich alle KollegiatInnen intensiv mit den Ansätzen der am Kolleg beteiligten Fächer beschäftigen und in ihrer Forschung interdisziplinäre Perspektiven berücksichtigen.

Konditionen und Umfeld:
Voraussetzung für die Förderung sind ein überdurchschnittlicher Masterabschluss und ein zügiges Studium. Zum Konzept des Kollegs gehört es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit unter den beteiligten NachwuchswissenschaftlerInnen zu unterstützen – u.a. durch gemeinsame Oberseminare, Kolloquien und Workshops. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist verpflichtend. Sie finden in deutscher und englischer Sprache statt, es werden daher gute englische Sprachkenntnisse erwartet. Die Promovierenden nehmen während der Förderzeit ihren Wohnsitz im Rhein-Main-Gebiet. Das GRK bietet eine exzellente Forschungsinfrastruktur für Promovierende, die ihr eigenes Projekt im Rahmen eines innovativen und international vernetzten Programms durchführen möchten. Die Angehörigen des Kollegs arbeiten in gemeinsamen Räumen; sie werden von den beteiligten ProfessorInnen und einer Geschäftsstelle unterstützt und können vielfältige Angebote zur Unterstützung in der Promotionsphase nutzen (u.a. spezifische Förderangebote für Frauen). Zu den besonderen Leistungen des GRK gehört neben einem strukturierten Qualifizierungsprogramm die Möglichkeit eines finanzierten mehrmonatigen Auslandsaufenthalts an einer von vier renommierten internationalen Partneruniversitäten. Außerdem arbeiten wir mit diversen Partnern aus der Praxis zusammen (Behörden, Unternehmen, Verbände), in denen die Promovierenden Praktika absolvieren können. Die Vergütung erfolgt abhängig von Qualifikation und Berufserfahrung nach dem Tarifvertrag für die TU Darmstadt (TV-TU Darmstadt). Die Stellen sind auf 3 Jahre befristet und umfassen je nach Fachrichtung 65% oder 100% einer Vollzeitbeschäftigung. Teilzeitbeschäftigung ist grundsätzlich möglich.

Ihre Bewerbung:
Die TU Darmstadt strebt eine Erhöhung des Anteils der Frauen am Personal an und fordert deshalb besonders Frauen auf, sich zu bewerben. Bewerberinnen oder Bewerber mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50% werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungen in deutscher oder englischer Sprache bis zum 10. Juli 2016 in elektronischer Form (komprimiert in einer Datei, max. 6 MB) bei der/dem potenziellen fachlichen BetreuerIn ihrer Arbeit (s.u.) sowie unter folgender Adresse ein: info@kritis.tu-darmstadt.de. Beizufügen sind (1.) ein CV mit Angaben zu Studienverlauf, Sprachkenntnissen, Auslandserfahrungen, (2.) die akademischen Zeugnisse (gescannt), und (3.) eine Ideenskizze von bis zu fünf Seiten für ein Promotionsprojekt. Bitte fordern Sie hierfür eine Kurzbeschreibung des wissenschaftlichen Programms bei dem/der potenziellen BetreuerIn an. Auswahlgespräche finden zwischen dem 20. bis 22. Juli statt.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Es folgen drei fachgebietsspezifische Hinweise:

Hierbei schreibt das Fachgebiet „Mittelalterliche Geschichte“ eine Promotionsstelle (65% von Vollzeit) aus. Im Fachgebiet Mittelalter (6.-16. Jahrhundert) geht es um die Untersuchung langfristiger Prozesse. „Kritische Infrastruktur“ ist als beschreibungssprachliches und heuristisches Konzept zu verstehen. Es ermöglicht eine Analyse von einfachen technischen Systemen mit einem basalen Netzcharakter, die in Städten eine Verdichtung erfuhren und von städtischen Gesellschaften als wichtig angesehen wurden. Dazu zählen Straßen und Wege sowie vor allem Einrichtungen, die Wasser nutzten, z.B. Wasserversorgungssysteme und Wasserentsorgungssysteme (Brunnen, Schöpfanlagen, Leitungen, Ehgräben), Systeme zur gewerblichen Nutzung von Wasser (Mühlen, Wässerungssysteme) und für das Transportwesen (Wasserwege/ Kanäle/ Schleusen, Floßteiche und -gräben, Hafenanlagen mit Kränen, Werften usw.) und zur Verteidigung (Stadtgraben). In Kombination von Straßen mit Wasserwegen, Brücken, Stapelplätzen und Hafenanlagen kann von einen Netzcharakter gesprochen werden. Von besonderer Bedeutung sind neben den materiellen die soziokulturellen und politischen Dimensionen von Infrastrukturen (Bau und Unterhalt, Ingenieure als Spezialisten, Verwaltung, Bruderschaften/ Genossenschaften als Träger, Geleitwesen, Gasthäuser/ Versorgungseinrichtungen, Nutzungskonflikte, Repräsentativität, Symbolik usw.). Die historischen Doktorarbeiten sollen den Faktor ‚Zeit‘ in besonderem Maß thematisieren: Prozesse der longue durée wie die Entstehung der „Kritikalität“ von Infrastrukturen, Phänomene des Wandels an den Epochengrenzen, die Ablösung oder Überlagerung von Systemen, Funktionskrisen, gerne auch im Vergleich mit kurzfristigen Phänomenen (Katastrophen), Nutzungskonflikte und Instrumentalisierungen. Ausdrücklich willkommen sind Arbeiten, die an den üblichen Epochengrenzen liegen oder sie überschreiten. Der Vorschlag eigener Themen ist ebenso möglich wie die Konkretisierung eines der auf der Homepage angegebenen Themen. Bitte gehen Sie in Ihrem Exposé neben dem konzeptionellen Rahmen auf die empirischen Untersuchungsobjekte sowie auf Quellengattungen und -bestände ein und legen einen ersten Zeitplan vor.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Bewerbung (bitte nur per Mail) an Herrn Professor Dr. Gerrit Jasper Schenk (schenk@pg.tu-darmstadt.de).

In der Neueren und Neuesten Geschichte (Frühe Neuzeit, 19.-20. Jahrhundert), mit zwei Promotionsstellen, geht es um die Untersuchung langfristiger Prozesse. „Kritische Infrastruktur“ ist dabei als ein heuristisches Konzept zu verwenden. Explizite Zuweisungen von Kritikalität an Infrastrukturen gab es vor den 1990er Jahren so gut wie nicht, gleichwohl haben historische Stadt-Gesellschaften in der Regel bestimmte technische Systeme als zentral für ihr Funktionieren oder für ihre Identität angesehen – das gilt in besonderem Maß für das Industriezeitalter, aber auch für die Vormoderne. Eine Besonderheit der historischen Betrachtungsweise ist die Möglichkeit, neben dem ‚kritisch-Werden‘ auch das ‚unkritisch-Werden‘ einzelner Systeme untersuchen zu können. Von besonderer Bedeutung sind neben den materiellen die soziokulturellen und politischen Dimensionen von Infrastrukturen (Bau und Unterhalt, Ingenieure als Spezialisten, Verwaltung, Träger, Nutzungskonflikte, öffentliche Debatten, Symbolik usw.). Die historischen Doktorarbeiten sollen den Faktor ‚Zeit‘ in besonderem Maß thematisieren. Dabei werden sie zum einen Zeit als historischen Kontext berücksichtigen. Zum anderen sollen sie längere Prozesse oder Zustände in den Blick nehmen. Dabei können gern auch Kontraste zwischen lang- und kurzfristigen Phänomenen thematisiert werden (Beispiel Funktionskrisen: schleichende Ursachen wie dauerhafte Umwelteinflüsse oder Vernachlässigung vs. critical events). Diese Aufgabenstellung ermöglicht es auch, über zentrale Grundkategorien historischer Analyse zu reflektieren. Ausdrücklich willkommen sind Arbeiten, die die üblichen Epochengrenzen überschreiten und/oder die vorindustrielle Zeit untersuchen. Der Vorschlag eigener Themen ist ebenso möglich wie die Konkretisierung von Themen, die im Antrag benannt sind (Kurzfassung des Antrags bitte anfordern). Bitte gehen Sie in Ihrem Exposé neben dem konzeptionellen Rahmen auf die empirischen Untersuchungsobjekte sowie auf Quellengattungen und -bestände ein und legen einen ersten Zeitplan vor.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Bewerbung (bitte nur per Mail) an Herrn Professor Dr. Jens Ivo Engels (engels@pg.tu-darmstadt.de).

Die technikhistorische Forschung des Kollegs (eine Promotionsstelle) umspannt ein großes zeitliches und räumliches Feld. Auf der einen Seite werden der flächendeckende Ausbau und die ubiquitäre Aneignung urbaner Infrastrukturen in Europa und Nordamerika untersucht, mit dem Ziel die Hintergründe ihrer aktuellen Kritikalität und die damit zusammenhängende gesellschaftliche Vulnerabilität besser zu verstehen. Wurde etwa die mögliche Abhängigkeit des Alltagslebens von großtechnischen Systemen früher thematisiert und bewusst in Kauf genommen? Auf der anderen Seite wird der Blick auf afrikanische Städte gewandt, wobei hier die Resilienz urbaner Transportnetze im Zentrum steht. Durch einen interurbanen Vergleich soll der Frage nachgegangen werden, welche verschiedenen Nahverkehrskonzepte sich in den kolonialen bzw. post-kolonialen Phasen herausgebildet bzw. wieder aufgelöst haben. Ist es etwa der Fall, dass die Mobilität der urbanen Bevölkerung auch in Zeiten hoher Prekarität eine bedeutende Vielfalt und Flexibilität aufgewiesen hat? Zwischen diesen Extrempunkten sind selbstredend weitere Themen denkbar.
Um Ideen auszuloten, bietet es sich an, schon im Vorfeld der Bewerbung mit Herrn Professor Dr. Mikael Hård Kontakt aufzunehmen (hard@ifs.tu-darmstadt.de).

Aktuelle Stellenausschreibungen

Es gibt zur Zeit gleich mehrere Stellenausschreibungen von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Stadt- und Umweltgeschichte.

Zum einen sucht Martin Knoll an der Universität Salzburg eine wissenschaftliche Mitarbeiterin/ einen wissenschaftlichen Mitarbeiter zur „Europäischen Regionalgeschichte“
zur Stellenausschreibung

Zum anderen hat Tim LeCain an der Montana State University mehrere Stellen im Rahmen des PhD Programms „Environmental History“ ausgeschrieben.zur Ausschreibung

SFB „Schwächediskurse und Ressourcenregime“

An der Universität Frankfurt ist ein neuer DFG Sonderforschungsbereich „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ gestartet. Der Ressourcenbegriff ist dabei bewusst sehr weit gefasst – es gaht explizit nicht nur um Rohstoffe. Aber es geht eben auch um Rohstoffe als Ressourcen. Gerade in Verbindung mit der Untersuchung von Diskursen über „Schwäche“ scheint mir das Projekt sehr spannend zu werden. Oft ist es die Vorstellung davon, im Zugriff auf Rohstoffe benachteiligt zu sein oder von einer Entwicklung abgehängt zu werden, die den Umgang mit Rohstoffen verändert. Das gilt sogar nicht nur für Dikurse, die die relative Schwäche – etwa gegenüber anderen Staaten – thematisieren, sondern letztlich auch für globale Diagnosen, wie die „Holznot“ des 18. und 19. Jahrhunderts oder der Endlichkeitsdebatte, die seit den 1970er Jahren geführt wird. Insofern bin ich sehr darauf gespannt, was der SFB in den nächsten Jahren hervorbringt.

Leider gibt es bisher nur eine Pressemitteilung der Uni Frankfurt, eine eigene Homepage des SFB scheint noch nicht zu existieren.

Gaststipendien GK Topologie der Technik

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg Topologie der Technik ist am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt angesiedelt. Es wird von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) gefördert (GRK 1343).

Forschungsgegenstand des Graduiertenkollegs ist das Spannungsfeld von Technik und Raum. Das Forschungs­programm zielt – jenseits direkter „Technikfolgen“ – auf die Situiertheit, auf die Raum verändernde und Raum bildende gesellschaftliche Wirkungsmacht insbesondere sogenannter „neuer“ Technologien. Techniktheoretischer Ausgangspunkt ist ein nicht gerätegebundenes Grundverständnis von Technik als „materiellem Dispositiv“. Raumtheoretisch wird beim relationalen Charakter von Räumen angesetzt. Die Beteiligten des Kollegs untersuchen die Topologie der Technik auf vier Ebenen: alltagsräumliche Persistenz, Disposition von Handlungsräumen, Planungs- und entwurfsbasierte Raumkonstruktion sowie simulationstechnische Modellierung. Näheres zum Forschungs- und Lehrprogramm sowie Informationen über die Gruppe der beteiligten Professor/innen finden Interessierte unter http://www.tdt.tu-darmstadt.de

Das Kolleg schreibt

3 Gast-Stipendien

von jeweils 3 Monaten für den Förderzeitraum von Januar bis September 2015 aus. Ein Gaststipendium bietet interessierten Nachwuchswissenschaftler/innen die Möglichkeit, im Themenbereich des Kollegs gelegene Forschungen weiterzuführen sowie den Diskussionszusammenhang des Kollegs zum wechselseitigen Austausch zu nutzen. Hierfür wird ein Arbeitsplatz mit Internetanschluss in direktem Umfeld der anderen Doktorand/innen zur Verfügung gestellt. Ausdrücklich sind auch internationale Gaststipendiat/innen zur Bewerbung eingeladen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in Form eines einzelnen pdf-Dokuments mit einer Größe von max. 6 mb an topologie@ifs.tu-darmstadt.de

bis zum 1. November 2014

Beizufügen sind (1) ein Anschreiben (in engl. oder dt. Sprache) mit sachlicher Begründung und persönlicher Motivation für die Bewerbung

sowie Angaben über den gewünschten Förderungszeitraum, (2) ein Lebenslauf, (2) aka­dem­ische Zeugnisse (mit Angaben zu Sprachkenntnissen), (3) eine Projektbeschreibung von maximal 5 Seiten und (4) die Nennung von mindestens zwei Hochschullehrer/innen als Referenz (Empfehlungsschreiben sind nicht erforderlich). Die eingereichten Ideenskizzen sollen sich auf Themen und Thesen des Forschungsprogramms beziehen. Die Bewerber/innen werden gebeten anzugeben, welche Monate sie in Darmstadt verbringen möchten.

Für Nachfragen stehen die Sprecher/innen des Graduiertenkollegs zur Verfügung: Prof. Dr. Petra Gehring (gehring@phil.tu-darmstadt.de) und Prof. Dr. Mikael Hård (hard@ifs.tu-darmstadt.de).

Ein Stipendium beträgt monatlich zwischen 1.365 und 1.467 €; hinzu kommen ein Sachkostenzuschuss in der Höhe von 103 € und ggf.  weitere Zulagen für Eltern nicht volljähriger Kinder. Nähere Informationen zu den Förderbedingungen finden Sie unter www.dfg.de

Stellenausschreibungen TU Darmstadt

Gleich zwei neue Stellenausschreibungen an der Tu Darmstadt für Historikerinnenen und Historiker.

Die Kollegen aus dem Mittelalter suchen eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in mit 50%: „Am Institut für Geschichte – Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte – Prof. Dr. Gerrit J. Schenk – ist zum 1. Oktober 2014 eine Stelle für eine/n Wissenschaftliche/n Mitarbeiterin/Mitarbeiter – halbtags – in einem zunächst auf 3 Jahre befristeten Arbeitsverhältnis zu besetzen.“ mehr Informationen

Das DFG-Graduiertenkolleg „Topologie der Technik“ sucht einen neuen PostDoc: zur Ausschreibung

BMBF Agendaprozess

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einen Aufruf zum Agendaprozess für die Gesites-, Kultur- und Sozialwissenschaften „Zukunft sichern und gestalten“ gestartet. Aus den Ergebnissen des Aufrufs soll ein Rahmen für spätere Ausschreibungen entwickelt werden. Also eigentlich ein wichtiger Schritt, auf den man Einfluss nehmen sollte, denn später werden daran Förderbedingungen geknüpft und Anträge danach bewertet. Andererseits erscheint genau dieser erste und wichtige Schritt intransparent. Was genau geschieht mit den eingegangenen Vorschlägen? Wer bewertet diese und wie werden sie zu Förderrichtlinien? Dazu heißt es auf der Seite des BMBF: „In einem nächsten Schritt wird das BMBF auf diesen Papieren aufbauend thematische Schwerpunkte künftiger Förderbekanntmachungen konkretisieren. Hierzu werden Fachgespräche geführt, zu denen auch Verfasserinnen und Verfasser einschlägiger Papiere eingeladen werden. Die erste Bekanntmachung, auf deren Grundlage konkrete Forschungsprojekte gefördert werden können, soll Ende 2014 veröffentlicht werden.“ Wirklich transparent ist das nicht. Vielmehr erscheint es so, als ob Interessenten mit Vorschlägen zur Agenda die Bewilligung eigener Forschungsprojekte vorwegnehmen könnten – oder auch nicht. Nache dem Motto: Ich setze meine Forschungsschwerpunkte auf die Agenda, um hinterher Fördergelder einwerben zu können. Im Prinzip ist das ja auch völlig in Ordnung, denn scheinbar hat jeder das Recht, sich in den Agendaprozess einzubringen. Man sollte diese Chance also nutzen. Andererseits ist das Verfahren unehrlich, weil es eine Offenheit der eigentlichen Förderung suggeriert, die es so nicht geben wird. Agendasetting und Vergabe von Fördermitteln lässt sich einfach nicht trennen, so wie uns das BMBF mit dem Aufruf glauben machen will bzw. glauben machen muss.

Zum Aufruf

VHD-Konferenz: Neue Wege im deutschen Hochschulsystem

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands veranstaltet am 10. Juni 2014 eine Konferenz „Neue Wege im deutschen Hochschulsystem. Nachwuchsförderung – Familie und Hochschulberuf – wissenschaftliche Qualität“. In der Ankündigung werden wichtige Fragen gestellt. Grundsätzlich freue ich mich, dass der VHD sich zu diesen Fragen positioniert. Ich bin gespannt auf den output und Wirkung dieser Tagung.
mehr Infos zur Tagung…