Stellenausschreibung Fachdidaktik (TU Darmstadt)

Das Institut für Geschichte der TU Darmstadt sucht zum 1. September 2017 eine/einen Wiss. Mitarbeiterin/Mitarbeiter für Fachdidaktik – 65 %

Die Stelle ist zunächst bis zum 30. September 2019 befristet. Der/die Stelleninhaber/in wird als Kontaktperson des Instituts für alle inner- und zwischenuniversitären Fragen des fächerübergreifenden Arbeitens, insbesondere in der Weiterentwicklung von MINT-Bezügen in der Geschichtsdidaktik fungieren. Ihm/ihr obliegt insbesondere die Federführung bei einem Projektantrag des Instituts im Rahmen der Exzellenzinitiative Lehrerbildung. Die Aufgaben umfassen außerdem Lehre im Umfang von 4 SWS, darunter die Veranstaltung ‚Schulpraktische Studien‘ sowie die Mitgestaltung von didaktischen Initiativen des Instituts, z. B. Schulprojekte, Weiterbildungsveranstaltungen, Mentorentage etc. Einstellungsvoraussetzungen sind ein hervorragendes Erstes Staatsexamen LaG Geschichte sowie ausgeprägte und nachgewiesene fachdidaktische Interessen und Kenntnisse. Wünschenswert ist darüber hinaus auch das Zweite Staatexamen sowie Erfahrungen im fächerübergreifenden Lehren und im Schreiben von Anträgen auf Förderung von Projekten.

Die Technische Universität Darmstadt strebt eine Erhöhung des Anteils der Frauen am Personal an und fordert deshalb besonders Frauen auf, sich zu bewerben. Bewerberinnen oder Bewerber mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 oder diesen Gleichgestellte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Die Vergütung erfolgt nach dem Tarifvertrag für die Technische Universität Darmstadt (TV – TU Darmstadt).

Bewerbungen sind mit den üblichen Unterlagen unter Angabe der Kenn-Nummer zu senden an TU Darmstadt/ FB 02 , Institut für Geschichte, Geschäftsführender Direktor Prof. D. Dieter Schott, Dolivostr. 15, 64293 Darmstadt. Für Vorabinformationen steht Ihnen Herr Dr. Detlev Mares (E-Mail mares@pg.tu-darmstadt.de) zur Verfügung.

Kenn.-Nr. 207

Bewerbungsfrist: 30. Juni 2017

Uffstiech!

Wenn man schon einmal bei einem historischen Ereignis dabei gewesen ist, darf man das auch auf einem blog, in dem es sonst eher um (Geschichts-)wissenschaftliches geht, ruhig auch mal dokumentieren. Das erste Bild zeigt die Situation im Stadion am Böllenfalltor kurz vor Anpfiff der Begegnung Darmstadt 98 – FC St. Pauli am 24.5.2015. Das zweite Foto zeigt die Situation kurz nach Abpfiff der Partie.

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Für mich war es ein historischer Moment, nicht etwa weil ich seit Jahrzehnten eingefleischter „Lilien“-Fan bin, oder weil der SV Darmstadt 98 (vermeintlich) für vieles steht, was im Profifussball selten geworden ist, sondern weil der Aufstieg in die 1. Bundesliga zeigt, dass Dinge möglich sind, die vorher niemand für möglich gehalten hat. Wissenschaftlich formuliert: der „Uffstiech“ beweist, dass historische Kontingenz relevant ist.

Rheinisch-Westfälische Kalkwerke, Abteilung Gruiten, Bruch IIIa

Der Bruch IIIa im November 2014, Foto: Haumann

Der Bruch IIIa im November 2014, Foto: Haumann

Der Bruch IIIa der Gruitener Abteilung der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke muss in den ersten Betriebsjahren kurz nach 1900 ein extrem gefährlicher Arbeitsplatz gewesen sein. Die Berichte über Arbeiter, die hier Unfälle erlitten, sind zahlreich, so etwa im Kreisblatt für den Kreis Mettmann vom 22.5.1906: Am Samstag stürzte in Bruch III […] der Arbeiter Z. aus Vohwinkel 22 Meter tief ab und erhielt vielfache äußerliche Verletzungen, glücklicherweise keine lebensgefährliche“. Für viele endeten solche Unfälle aber auch tödlich. Es waren die hohen Abbauwände, die als Ursache ausgemacht wurden, denn die gesetzlichen Abbauregeln wurden vermeintlich befolgt. Der zuständige Gewerbeinspektor Fröhlich berichtete dem Landrat des Kreises Mettmann im November 1904:

„Der Bruch 3a der Bergischen Dolomit- und Weisskalkwerke in Ehlenbeck wird in einer Strosse von ungefähr 20m Höhe betrieben. Da das Gestein massig und unzerklüftet ist, so steht diese Abbaumethode weder in Widerspruch zu den Bestimmungen des § 6d der Polizeiverordnung vom 20. Nov. 1895 über die Anlage und den Betrieb von Steinbrüchen und Gräbereien, noch dem § 6 der Unfall-Verhütungs-Vorschriften der Steinbruchsberufsgenossenschaft. Die Betriebsverwaltung ist auch nach Kräften durch eine scharfe Aufsicht, sowie durch reichliche Anbringung von Notseilen bemüht gewesen, den Abbau des Gesteins möglichst unfallsicher zu gestalten. Bezüglich der letzten beiden tödlichen Unfälle kann auch weder der Betriebsverwaltung noch den Aufsehern der Vorwurf strafbarer Unterlassungen gemacht werden. Trotzdem muß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der großen Abbau-Höhe und der großen Zahl der tötlichen Unfälle (8) in diesem Bruch angenommen werden.“(LANRW(R), BR 0034, 270).

Der Bruch IIIa gehörte vermutlich zu denjenigen Kalksteinbrüchen, die bereits während der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre wieder geschlossen wurden. Besichtigt man den Bruch heute, lässt sich trotzdem immer noch ein wenig von den dramatischen Ereignissen kurz nach 1900 erahnen.

Letzter Arbeitstag im Schloss

Heute letzter Arbeitstag im Darmstädter Residenzschloss und mein letzter Tag in Raum 230.

Das Institut für Geschichte verlässt das Schloss und ist ab nächster Woche in der Landwehrstraße 50a, S4|23, 3.OG, 64293 Darmstadt.

Wann wir nach der Sanierung wieder in das Schloss zurück ziehen ist noch unklar.

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