AKKU Tagung 2021

Am 4. und 5.11.2021 findet, leider digital, die Jahrestagung des Arbeitskreises für Kritische Unternehmens- und Industriegeschichte (AKKU) zum Thema „Erneuerungsdialoge zwischen Unternehmensgeschichte und (allgemeiner) Geschichtswissenschaft“ statt. Ich freue mich, gemeinsam mit Roman Köster einen Beitrag zum Verhältnis von Umweltgeschichte und Unternehmensgeschichte liefern zu können und bin sehr auf die Diskussionen gespannt. Die Frage nach der Verortung und vor allem auch Stärkung von Bereichen der Geschichtswissenschaften, die schonmal abwertend als „Bindestrich-Fächer“ bezeichnet werden, ist hochaktuell und wichtig. Denn die „allgemeine Geschichtswissenschaft“ ist auf Impulse aus diesen Bereichen angewiesen, wenn sie sich weiterentwickeln will.

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Tagung: „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“

Am 11. und 12. März 2021 findet die Tagung „Sozialdaten und die Geschichtsschreibung von Wohneigentum und Sozialräumen“ statt, die Kerstin Brückweh im Rahmen des DFG-Projektes „Sozialdaten als Quellen der Zeitgeschichte“ organisiert. Gemeinsam mit Swenja Hoschek werde ich über die Entstehung von Sozialdaten im Zusammenhang mit der Anwaltsplanung in Darmstadt-Kranichstein in den Jahren 1972-1975 sprechen. Das besondere an der Anwaltsplanung war, dass sie Daten erhob, die zugleich über die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner*innen der Großsiedlung Auskunft geben sollten und als Verfahren der Wissensgenerierung sozialwissenschaftlich beobachtet wurde. Diese Doppelperspektive wollen wir in unserem Vortrag herausarbeiten.

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Workshop: Socio-Spatial Disparities (20.11.2020)

Am Freitag, den 20.11.2020 werde ich auf dem von Christoph Bernhardt und Marjaana Niemi organisierten Workshop „Exploring socio-spatial disparities in Western and socialist cities. Theoretical challenges and empirical insights“ einen Vortrag zu der Erfahrungsdimension sozialer Ungleichheit beitragen: „Disparities as Experience? How to reconstruct and interpret the perception of being left behind“. Darin werde ich vor allem einige konzeptionelle Ideen thesenartig zur Diskussion stellen. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf das virtuelle Wiedersehen mit vielen Kollegi*nnen, die ich sonst auf der EAUH Tagung in Antwerpen getroffen hätte.

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Tagungsbericht: Anders Wohnen

Im aktuellen Jahresbericht der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) ist jetzt mein Bericht über unsere Tagung „Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er Jahren“ erschienen. Die Tagung haben Swenja Hoschek, Dieter Schott und ich gemeinsam mit Kirsten Heinsohn von der FZH im Rahmen des DFG-Projekts „Großsiedlungen in der Krise“ organisiert.

Tagungsbericht: Anders Wohnen. Großsiedlungen und die Konstruktion von Differenz seit den 1970er Jahren, in: Zeitgeschichte in Hamburg 2019, S.134-141.

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Nachwuchspreis 2020 der GSU


Deadline: 15.07.2020

Zum siebten Mal schreibt die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung e. V. (GSU) einen Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftler/innen aus.
Mit dem Preis soll eine herausragende Dissertation im Feld der Stadtgeschichte und historischen Urbanisierungsforschung zum Zeitraum 18.-20. Jahrhundert ausgezeichnet werden. Zur Teilnahme aufgefordert und berechtigt sind junge Wissenschaftler/innen, die in theoretischer, methodischer oder empirischer Hinsicht einen Beitrag zur historischen Stadt- und Urbanisierungsforschung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven geleistet haben.
Ausgezeichnet wird eine einschlägige innovative Doktorarbeit, die nach dem 31.03.2018 aneiner Universität im deutschsprachigen Raum eingereicht wurde. Die Arbeit muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Einzureichen ist die Arbeit in digitaler Form (pdf), zusammen mit einem kurzen Lebenslauf, einer Zusammenfassung der Arbeit (max. 3 Seiten) sowie einer Bestätigung der Universität, dass die Arbeit dort eingereicht wurde, bzw. das Verfahren bereits abgeschlossen ist (z.B.
Kopie der Promotionsurkunde).

Das Preisgeld beträgt 1.000 €.

Die Bewerbungsfrist endet am 15.07.2020. Wir bitten um Bewerbungen per E-Mail: info@metropolitanstudies.de

Für den Vorstand der GSU
Prof. Dr. Dorothee Brantz
Center for Metropolitan Studies
TU Berlin

Vortrag am Historischen Zentrum Wuppertal (3.3.2020)

Am kommenden Dienstag werde ich einen Vortrag am Historischen Zentrum Wuppertal halten, der sicherlich auch von lokalhistorischem Interesse sein wird.

„Kalkstein für die Industrialisierung. Eine Geschichte der Steinbrüche von Dornap“

03.03.2020, 19.00 Uhr
Kontor 91, Werth 91, Wuppertal Barmen

Noch heute zeugen die riesigen Steinbrüche im Wuppertaler Westen von der enormen Bedeutung der Kalksteingewinnung in diesem Teil des Bergischen Landes. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand rund um die Bahnstation Dornap ein riesiger Komplex von Steinbrüchen, Aufbereitungsanlagen und Kleinbahntrassen. Ausschlaggebend war aber nicht die Nachfrage nach Kalk als Düngemittel oder Baumaterial, sondern die massenhafte Verwendung des Rohstoffs in den Hochöfen des Ruhrgebiets. Seit den 1850er Jahren griffen Hüttenwerke auf das Gestein zurück, so dass Dornap zum wichtigsten Lieferanten von Kalkstein für die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet wurde. Als die zahlreichen Kleinbetriebe, die das Gestein bis dahin gefördert hatten, sich 1887 zu den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken zusammenschlossen, um den Markt zu monopolisieren, begannen die Unternehmen der Eisen- und Stahlindustrie ihrerseits, eigene Steinbrüche anzulegen. So kam es in den Jahren um 1900 zu einer weiteren Expansion der Kalksteingewinnung, die in Richtung Schöller, Gruiten und Wülfrath ausgriff. Im Zuge der Ausweitung kam es immer häufiger zu Konflikten mit Anwohnern, die sich über die Eingriffe und Gefahren der Steingewinnung beschwerten. Auch die aufkommende Heimatschutzbewegung kritisierte die Folgen des Abbaus. Während die Kalksteingewinnung in Dornap zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend an soziale Grenzen stieß, ging die Nachfrage der Eisen- und Stahlindustrie in der Zwischenkriegszeit spürbar zurück. Anfang der 1930er Jahre wurden viele der Steinbrüche in Dornap stillgelegt – einige für immer.