Exkursion Großbritannien

Hier einige Eindrücke von der Exkursion, die ich Anfang September 2017 mit Dieter Schott und Studierenden der TU Darmstadt nach Großbritannien unternommen habe. Unter dem Thema “Industrialisierung und Urbanisierung” sind wir zuerst nach Birmingham und anschließend nach Manchester und Liverpool gereist. Besonders eindrucksvoll war die Führung durch die Back-to-Backs in Birmingham, die zum Teil im Originalzustand der 1830er und 1870er Jahre rekonstruiert worden sind, und der Besuch von Quarry Bank Mill, wo viele der Textilmaschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert noch in Betrieb sind. Interessant war auch die Besichtigung der Iron Bridge und der nahegelegenen Museen rund um die Eisenherstellung und natürlich das verzweigte Kanalnetz, das wir an mehreren Stellen gesehen haben.

Iron Bridge

Iron Bridge

Birmingham

Birmingham

Birmingham Canal

Birmingham Canal

Quarry Bank Mill

Quarry Bank Mill

KUNST BASIS EBERTPLATZ

Am Samstag, den 16.7.2017 bin ich zu einer Diskussionsrunde im Rahmen des Festivals KUNST BASIS EBERTPLATZ in Köln eingeladen. Es wird dort um den Umgang mit dem öffentlichen Raum der 1970er Jahre gehen, für die der Ebertplatz sicherlich eines der besten Beispiele ist. Das Festival ist auch ein Versuch, dem verbreiteten Negativimage solcher Orte der 1970er Jahre mit künstlerischen Mitteln etwas entgegenzusetzen – und der Kölner Ebertplatz ist dafür ein bestens geeigneter Ort. Ich freue mich sehr mit einer geschichtswissenschaftlichen Perspektive zu dieser Diskussion beitragen zu können und bin sehr gespannt.

16.7. / 16 Uhr KONSTRUKTION EBERTPLATZ
Dr. Sebastian Haumann (Historiker, TU DARMSTADT), Christian Schaller (Schaller
ARCHITEKTEN STADTPLANER BDA), Dr. Johannes Stahl (Kunsthistoriker / Kunstbeirat
der Stadt Köln) Maria Wildeis (Kunsthistorikerin / Kuratorin Tiefgarage)
Moderation: Stefanie Klingemann (Künstlerin / Initatorin KBE)

Zur Festivalhomepage und dem weiteren Programm

Konstruktivismus und “postfaktische” Argumentationsschleifen

Am 15.12.2016 war in der ZEIT ein Artikel von Michael Hampe zu lesen (zum Artikel), in dem er über die Parallelen des kulturwissenschaftlichen Konstruktivismus und den sogenannten “postfaktischen” Argumentationsmustern schreibt, die in letzter Zeit von Konservativen und Rechten benutzt werden. Der Artikel ist polemisch überspitzt und vereinfacht stark, aber ich finde ihn trotzdem lesenswert, weil er auf einen Zusammenhang hinweist, der mir schon seit einiger Zeit zu denken gibt. Meine Versuche, die Bedeutung von “Materialität” zu fassen und geschichtswissenschaftlich zu untersuchen, zielen auf dieses Problem. Sicherlich, gesellschaftliches Wissen und Vorstellungen über so unterschiedliche Dinge wie Gesellschaft oder Stoffe sind konstruiert – hinter diese Grundannahme wird die geisteswissenschaftliche Forschung nicht zurück können. Aber jenseits dieser Konstruktionen existieren Phänomene, auf die sich die Konstruktion bezieht. Konstruktionen sind nicht beliebig, darauf sollte der geisteswissenschaftliche Diskurs wieder mehr eingehen, wenn er nicht die Vorlage für “postfaktische” Argumentationsschleifen liefern will. Lösungen bietet Hampe in der ZEIT nicht an, nicht einmal andeutungsweise. Für mich besteht eine mögliche Lösung darin, den Fokus geisteswissenschaftlicher Forschung auf die Wechselwirkung zwischen Konstruktionen und “faktischen” Bedingungen zu legen, mit denen sie verflochten sind.

Rom-Corviale

Als Nachtrag zu der Tagung “Cities and Societies in Transition? The 1970s in West Germany and Italy” die am 21./22.5.2015 am Deutschen Historischen Institut in Rom stattfand, hier einige Fotos von unserer Exkursion nach Corviale.

Corviale gilt als das größte Wohngebäude Europas und wurde zwischen 1975 und 1982 gebaut. Vor allem die Länge des Gebäudes (knapp 1 Kilometer) ist beeindruckend.
Mehr Informationen zu Corviale

WP_20150522_016

Weiterlesen →

Geschichte der Kleinwasserkraft

Mein Kollege Christian Zumbrägel informiert jetzt in seinem neuen blog über sein Promotionsprojekt “Geschichte der Kleinwasserkraft”. Ich freue mich darauf, in Zukunft über die Zwischenergebisse und kleinen Ausschnitte aus dem Fortgang des Projekts auf dem neuen blog zu lesen (falls wir mal nicht die Gelegenheit haben, bei einem Kaffee darüber zu sprechen).

Zum blog “Geschichte der Kleinwasserkraft”

SFB “Schwächediskurse und Ressourcenregime”

An der Universität Frankfurt ist ein neuer DFG Sonderforschungsbereich “Schwächediskurse und Ressourcenregime” gestartet. Der Ressourcenbegriff ist dabei bewusst sehr weit gefasst – es gaht explizit nicht nur um Rohstoffe. Aber es geht eben auch um Rohstoffe als Ressourcen. Gerade in Verbindung mit der Untersuchung von Diskursen über “Schwäche” scheint mir das Projekt sehr spannend zu werden. Oft ist es die Vorstellung davon, im Zugriff auf Rohstoffe benachteiligt zu sein oder von einer Entwicklung abgehängt zu werden, die den Umgang mit Rohstoffen verändert. Das gilt sogar nicht nur für Dikurse, die die relative Schwäche – etwa gegenüber anderen Staaten – thematisieren, sondern letztlich auch für globale Diagnosen, wie die “Holznot” des 18. und 19. Jahrhunderts oder der Endlichkeitsdebatte, die seit den 1970er Jahren geführt wird. Insofern bin ich sehr darauf gespannt, was der SFB in den nächsten Jahren hervorbringt.

Leider gibt es bisher nur eine Pressemitteilung der Uni Frankfurt, eine eigene Homepage des SFB scheint noch nicht zu existieren.